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Symbolbild, Quelle: Initiative mülltrennung-wirkt.de

Gelbe Tonne München ab 2027: Plastik ist nicht gleich Plastik

Die Gelbe Tonne kommt – und mit ihr eine neue Münchner Müllregel: Plastik ist nicht gleich Plastik. Was hinein darf, was draußen bleiben muss und warum selbst eine Plastikente keine Einladung bekommt.

Die Gelbe Tonne kommt. Für alle. Ab 1. Januar. Und ist für Leichtverpackungen zu nutzen. Plastikmüll an sich gehört nicht darein, wie Christian Haase und Marie-Louise Braun vom AWM in der BA-Sitzung im August klarmachten.

Sie kamen als AWM-Vertreter, um die Tonne und ihre Begleitgeschichte vorzustellen. Zunächst: Die Gelbe Tonne ist anthrazit und hat lediglich einen gelben Deckel. Es gibt sie in verschiedenen Größen von 120/240/770/1100 Liter und sie wird jedem Haushalt zur Verfügung, also vor die Tür gestellt. Und zwar ab November. Ist die Tonne einmal geliefert, kann man die Größe nachträglich noch ändern lassen.

„Keine „Pflichttonne“

Denn es gibt auch die „Nachbarschaftstonne“ für Straßengemeinschaften. Schließlich hat nicht jeder den Platz im Vorgarten oder im Müllhäuschen für eine weitere Tonne neben denen für Restmüll, Papier und Bio. Aber letztendlich ist die Gelbe Tonne keine „Pflichttonne“. Es steht jedem frei, sich dafür oder dagegen zu entscheiden.

Geleert wird im Zwei-Wochen-Rhythmus. Und wichtig ist auch: Einen Vollservice, wie bei den jetzigen üblichen Münchner Tonnen, wird es nicht geben. D.h., jeder muss seine Gelbe Tonne auf die Straße oder den Gehweg schieben – und dort bittschön auch wieder abholen. „Wir wissen zwar noch nicht, welche Firma die Tonne entsorgen wird. Aber es wird auf jeden Fall ein privater Entsorger werden“, erklärte Marie-Louise Braun vom AWM. Die bisherigen Dienstleister, Fa. Remondis und Fa. Wittmann, stünden nicht zur Verfügung.

Die Zukunft Wertstoffinseln

Die Wertstoffinseln bleiben dennoch bestehen, aber ohne Plastikcontainer. „Wir wünschen uns dann an deren Stelle viele Glascontainer für mehr Ordnung und Sauberkeit“, so Braun weiter. Dann würden solche Bilder mit von Flaschen überbordenden Gehwegen nach Feiertagen hoffentlich der Vergangenheit angehören.

Doch wenn die Gelbe Tonne keine Plastiktonne ist, was gehört dort rein? Prinzipiell alles, was als Verpackung diente – sofern es sich um Kunststoff, Metall oder Verbundstoffe handelt. Papier und Glas bleiben draußen. „Können auch Dosen in der Gelben Tonne entsorgt werden?“, fragte Christian Stockmann. „Ja“, lautete die Antwort. Dagmar Mosch fand es „problematisch“, dass die neue Tonne nicht verpflichtend sein würde. „Aus unserem Pilotprojekt wissen wir, dass die Gelbe Tonne sehr gut angenommen wurde“, sagte Braun. „Darauf verlassen wir uns jetzt auch bei der münchenweiten Einführung.“

Nik Gradl fragte nach dem folgenden Beispiel: „Wenn ich eine Plastikente kaufe, die in Papier und Plastik verpackt ist, wie trenne ich?“ Papier in die Papiertonne, Plastikverpackung in die Gelbe Tonne. Und wenn das Entchen ausgedient hat, ist es in der Gelben Tonne nicht willkommen – ist ja keine Verpackung. „Unser Heizkraftwerk ist aus den 80iger Jahren. Damals gab es noch nicht so viel Plastik“, erklärte Haase. „Das Werk ist nicht für so viel Plastik ausgelegt, wie wir es heute kennen. Wenn viel Plastik im Restmüll entsorgt wird und wir den verbrennen, werden mit der Zeit die Kessel immer heißer. Das birgt neue Gefahren.“ Deshalb helfe es sehr, wenn Verbundstoffe gesondert entsorgt werden. Das Abschlusswort des BA-Vorsitzenden Sebastian Kriesel: „Ich glaube, es ist eine sehr gute Einrichtung. Hoffen wir, dass die Akzeptanz dementsprechend sehr hoch sein wird.“

Übrigens hat AWM eine eigene Service-Seite für Fragen eingerichtet. Die findet sich hier 👉🏻 awm-muenchen.de