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Vom Radweg bis zur Trockentoilette: Die Aubinger BA-Anträge vom August

Radfahrer, die gerne fahren würden, ein Bus, der nicht fährt, und eine Toilette, die ganz ohne Wasser auskommt: Die August-Anträge des BA haben einiges zu bieten. Was dahintersteckt und was sich im Herbst bewegen könnte:

[us]

Bevor sich der BA in die Sommerpause verabschiedeten, wurde noch einmal fleißig beantragt. Einige der Themen dürften die Stadtverwaltung und damit auch den Münchner Westen bis in den Herbst hinein beschäftigen. Es geht um bessere Radverbindungen, einen sichereren Straßenübergang, die Zuverlässigkeit des Busses 162 – und um die ziemlich bodenständige Frage: Wo kann man eigentlich aufs Klo?

Fußgängerzone oder doch Fahrrad frei?

Für den Freihamer Mahatma-Gandhi-Platz sollte und müsste sich im Herbst endlich etwas bewegen. Der interfraktioneller BA-Antrag greift auf, was Campus und Freihamer Bewohner schon lange fordern: die kleine Margarete-Vollmar-Straße künftig auch für den Radverkehr freizugeben. Eigentlich ist eine entsprechende Nutzung im Bebauungsplan bereits vorgesehen. In der Realität wurde die Straße bislang jedoch als reine Fußgängerstraße umgesetzt. Wer dort mit dem Fahrrad unterwegs ist, müsste also regelkonform absteigen. Das erscheint dem BA angesichts der tatsächlichen Nutzung wenig praktikabel – insbesondere, weil die Straße als Schulweg für die rund 3.000 Schülerinnen und Schüler des Campus eine wichtige Rolle spielt. „Die Realität zeigt, dass dies zwingend erforderlich ist“, heißt es in der Begründung des Antrags. Ziel ist eine durchgängige Zwei-Wege-Radverbindung zwischen dem Campus und der Amalie-Nacken-Straße. Gleichzeitig soll das Blindenleitsystem an den Übergängen zur Hildegard-Hamm-Brücher-Straße und zur Amalie-Nacken-Straße angepasst werden. Kurz gesagt: Mehr Durchlässigkeit für Radfahrer, mehr Sicherheit für Fußgänger und eine bessere Lösung für Menschen mit Sehbehinderung.

Sicherer über die Brunhamstraße

Auch die Brunhamstraße bleibt ein Thema. Seit der neuen Schrankenregelung am Bahnübergang wurde bereits viel über die Verkehrssituation gesprochen. Besonders der Dauerstau auf der Limes- und Brunhamstraße sorgt bei den Anwohnern für Belastungen. Die Grünen-Fraktion möchte nun zumindest die Querung der Brunhamstraße sicherer machen. Ihr Antrag fordert einen neuen Zebrastreifen oder alternativ eine Bedarfsampel. Davon könnten insbesondere Fahrgäste der Buslinie 267 profitieren, die an der Trimburgstraße aus- oder zusteigen und die Straße queren müssen. Auch Radfahrer auf dem Weg zur Gleisharfe beziehungsweise von dort kommend sollen es künftig leichter haben, sicher auf die andere Straßenseite zu gelangen. Interessant dabei: Bis zur Stadtgrenze gilt auf diesem Abschnitt nicht Tempo 30 – anders als auf Gräfelfinger Seite. Ob Zebrastreifen oder Ampel tatsächlich kommt, soll nun geprüft werden.

👇 Möglicher Ort für einen Zebrastreifen oder eine neue Ampel 👇

Warum fällt der Bus 162 aus?

Busausfälle sind immer ein Ärgernis. So auch im Fall des wichtigen 162er, der laut SPD-Angaben im Juli einen Tag auf der gesamten Strecke zwischen Lochhausen und Moosach ausfiel. Somit stand die Querverbindung im Münchner Westen nicht zur Verfügung. Für die Sozialdemokraten war dies Anlass, genauer hinzuschauen: In einem Antrag soll die Verwaltung prüfen, was zu dem Ausfall geführt hat und welche Maßnahmen vorgesehen sind, damit sich solche Situationen künftig möglichst nicht wiederholen. Denn gerade bei einer langen Buslinie können Ausfälle schnell eine Kettenreaktion auslösen – und aus einem ausgefallenen Bus wird für Fahrgäste schnell eine deutlich längere Reisezeit.

👇 Bus 162 an der Alto-/Bergsonstraße 👇

Her mit den Trockentoiletten!

Und dann wäre da noch ein Antrag, der vermutlich zu den ungewöhnlicheren Themen der Sitzung gehört: Die SPD möchte mobile Trockentoiletten an Spielplätzen und öffentlichen Sportflächen aufstellen lassen. Konkret geht es zunächst um den Spielplatz in der Aubinger Lohe und den Bereich am Wasserturm. Eine Trockentoilette soll dort zunächst für ein Jahr als Pilotprojekt getestet werden. Für Wartung und Lieferung könnten nach Vorstellung der SPD lokale Unternehmen gewonnen werden. Noch spannender – und vielleicht tatsächlich die charmanteste Variante – wäre eine wissenschaftliche Begleitung: Das Projekt könnte als Forschungsprojekt von einer der Münchner Hochschulen begleitet werden. Die Argumente für den Versuch sind zumindest pragmatisch: Eine Trockentoilette benötigt keinen Wasseranschluss, der bauliche Aufwand ist überschaubar. Für die Miete werden laut Antrag maximal 250 Euro monatlich veranschlagt, für die Wartung weitere 100 Euro. Nach einem Jahr könnte Bilanz gezogen werden: Werden die Toiletten angenommen? Funktioniert das Konzept? Und lohnt sich eine dauerhafte Lösung? Denn bei aller Komik, die das Wort „Trockentoilette“ vielleicht zunächst auslöst: Wo viele Menschen unterwegs sind, gehören ausreichende sanitäre Möglichkeiten durchaus zur öffentlichen Infrastruktur. Gerade an Spiel- und Sportplätzen kann eine einfache, funktionierende Lösung einen Unterschied machen.

Jetzt ist die Stadt am Zug

Alle genannten Anträge wurden einstimmig angenommen und zur weiteren Bearbeitung an die Stadtverwaltung weitergeleitet. Ob Radfahrer künftig regelkonform durch Freiham und vor allem auf den Schulwegen fahren dürfen, ob die Brunhamstraße einen Zebrastreifen oder eine Bedarfsampel bekommt, warum der 162er ausfiel – und ob in der Aubinger Lohe tatsächlich eine Trockentoilette zum Einsatz kommt: Die Antworten darauf dürften im Herbst folgen.