Heiße Sommertage gab es schon immer. Doch langanhaltende Hitzewellen mit Spitzenwerten nahe der 40-Grad-Marke treten nachweislich immer häufiger auf. Als vergangene Woche die höchsten Temperaturen für die einzelnen Münchner Stadtgebiete veröffentlicht wurden, lag ausgerechnet der Bahnhof Freiham ganz vorne. Die Frage liegt nahe: Wie gut lässt sich die Hitze in Freiham sowie in den Neubaugebieten Lochhausen und Neuaubing überhaupt noch aushalten?
Mehr Schatten statt Betonhitze gefordert
„Uns fehlt eindeutig die natürliche Beschattung“, sagt Stadtrat und BA-Mitglied Johann Sauerer (ÖDP). „Vor allem brauchen wir großvolumige Bäume. Es wird zwar gepflanzt, aber wir können nicht Jahrzehnte warten, bis die jungen Bäume tatsächlich Schatten spenden.“ Auch beim Bestand großer Stadtbäume schneidet München im Vergleich zu anderen Großstädten eher bescheiden ab. Nicht nur der Bahnhof Freiham sei der Sonne schutzlos ausgeliefert, kritisiert Sauerer. „Auch der Weg vom Bahnhof zum Mahatma-Gandhi-Platz liegt fast vollständig in der Sonne. Dazu kommt, dass die großen versiegelten Flächen und Betonfassaden enorme Hitze abstrahlen. Hier muss dringend etwas passieren. Das fordern wir als ÖDP seit Langem.“
Mehr Trinkbrunnen gegen die Hitze
Anlässlich der Hitzeschutzmaßnahmen beim Christopher Street Day (CSD) fordert die Münchner ÖDP nun, Wassersprühstationen, zusätzliche Trinkwasserangebote und Sonnencreme-Spender dauerhaft in den Alltag zu übernehmen. „Seit Jahren beantragen wir genau solche unkomplizierten Maßnahmen – von Wassernebelduschen über zusätzliche Trinkwasserstellen bis hin zu sogenannten „Coolen Straßen“. Oft wurden sie mit hygienischen, organisatorischen oder sicherheitsrelevanten Bedenken abgelehnt“, heißt es in einer aktuellen Pressemeldung der Partei.
Derzeit gibt es in München 114 öffentliche Trinkbrunnen – Vergleich Rom: da sind es 2.500. Im 22. Stadtbezirk stehen lediglich drei Brunnen zur Verfügung. Für Sauerer ist das deutlich zu wenig. „Beim CSD hat man gesehen, dass einfache Lösungen funktionieren. Mit Wasseranschlüssen an Hydranten, Schläuchen und Zapfhähnen lässt sich den Menschen schnell helfen. Man darf ruhig auch einmal pragmatisch experimentieren.“
Über langfristige Konzepte könne man anschließend in Ruhe diskutieren – etwa im Rahmen weiterer Anträge im Bezirksausschuss 22. Klar sei jedoch schon heute, so Sauerer: „Angesichts immer häufigerer Hitzewellen brauchen wir nicht nur langfristige Strategien, sondern auch einfache Maßnahmen, die den Menschen sofort helfen.“
