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Westbad München erneut geschlossen: Sanierung der Filteranlage sorgt für Ärger

Kaum wieder offen, schon wieder geschlossen: Das Westbad muss erneut saniert werden. Diesmal geht es um die Filteranlage – sehr zum Ärger von Besuchern und Bezirksausschuss. Was hinter der neuerlichen Schließung steckt.

[us]

Die Sanierung des Pasinger Westbades hat offenbar mehrere Kapitel. Im Frühjahr 2024 kündigten die SWM eine umfangreiche Dachsanierung sowie Einbau eines neuen Blitzschutzes und den Austausch der Oberlichter an. Aus der ursprünglichen Wiedereröffnung im September 2024 versprachen die SWM zunächst Oktober fürs Hallenbad und November 2024 für die Saunalandschaft. Daraus wurde nichts: Die Arbeiten stockten, ein neues Vergabeverfahren wurde notwendig. Aus der 2024er Sommerbaustelle wurde eine elfmonatige Schließung bis Mitte April 2025. Kaum ein Jahr später gaben die SWM die nächste Sanierungsmaßnahme bekannt - diesmal wegen Sanierung der Filteranlage. Am 27. April schloss das Hallenbad und die Sauna erneut. Als Wiedereröffnungsdatum steht derzeit September 2026 im Raum. Was dabei deutlich wird: Ein Hallenbad ist eigentlich eher ein kleines chemisches Kraftwerk mit Rutschen. Gerade Anlagen aus den 1970ern/80ern geraten heute bundesweit in diese Sanierungskaskade: Kaum ist ein System erneuert, zeigt die nächste Stelle Alterserscheinungen.

BA: „Das ist großer Mist“

Im BA 21 Pasing/Obermenzing sorgte die SWM-Maßnahme für Unverständnis. Noch im April forderte der BA München auf, die Maßnahmen möglichst in einem engen zeitlichen Rahmen abzuschließen. „Es ist ein großer Mist, dass das Bad schon wieder geschlossen ist“, sagte Antragsteller Sven Wackermann (CSU). „Nach der langen Schließzeit im vergangenen Jahr finden wir es eine große Frechheit, das Bad schon wieder zu schließen.“ Laut Antrag soll das Westbad im September zu Schulbeginn wieder öffnen. Außerdem fragte das Gremium nach den Hintergründen der neuerlichen Schließung - und warum nicht zumindest der Schul- und Vereinssport auf einer Bahn weitertrainieren kann. Mit vier Gegenstimmen verabschiedete der BA den Antrag im April.

Das meinen die Stadtwerke

Auf unsere Anfrage erläuterten die SWM die Hintergründe der neuerlichen Schließung ausführlicher.

Von wann bis wann ist die Sanierung und damit verbundene Schließung des Westbads geplant? Bzw. gibt es eine Teilschließung? Sind die Außenanlagen ebenfalls betroffen, oder kann diese geöffnet bleiben?

Das Westbad (Hallenbad) wurde am 27. April aufgrund der aufwändigen Sanierung der Filteranlage geschlossen. Die Arbeiten werden rund 6 Monate dauern. Von der Schließung sind neben dem Hallenbad auch die Sauna und das Sole-Außenbecken betroffen. Das angrenzende Freibad West öffnete am 14. Mai seine Becken und Liegewiesen uneingeschränkt für Besucherinnen und Besucher. Bei jedem Wetter hat es täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet (September bis 19 Uhr).

Welche Sanierungsarbeiten sind geplant?

Im Rahmen von Inspektionen wurde ein umfangreicherer Sanierungsbedarf an der bestehenden Filteranlage festgestellt. Um Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit der Anlage sicherzustellen und unvorhergesehene Ausfälle während des laufenden Betriebs zu vermeiden, wird sie während der diesjährigen Freibad-Saison grundlegend instandgesetzt.

Für die Sanierung ist eine Reihe von zeitaufwändigen Arbeitsschritten erforderlich. Dazu zählen Außerbetriebnahme und Sicherung der Anlagen; Entleerung/Materialentnahme/Entsorgung des Filtersandes; intensive Reinigung und Oberflächenvorbereitung; Schweißreparaturen an Roststellen; Erneuerung der Düsen und Stützen; mehrschichtige Neubeschichtung.

Sofern erforderlich, muss ein Teil der Anlage gegebenenfalls auch ausgetauscht werden. Der genaue Umfang der Maßnahmen lässt sich erst mit dem Fortschritt der Sanierungsarbeiten feststellen und planen.

Warum konnte die Sanierung der Filteranlage nicht innerhalb der Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahr durchgeführt werden?

Bei einer umfassenden Dachsanierung im Bestand, wie es im Westbad 2025 der Fall war, handelt es sich um ein sehr komplexes Projekt, das gewisse Risiken birgt. Leider kam es dabei zu einer erheblich längeren Bauzeit als ursprünglich geplant. So hat ein beteiligtes Unternehmen Insolvenz angemeldet, was wiederum zu längeren Standzeiten auf der Baustelle geführt hat und dazu, dass die Bauleistung nach juristischer Bewertung neu ausgeschrieben werden musste.

Die Sanierung der Filteranlagen war grundsätzlich erst für einen späteren Zeitpunkt geplant. Leider ist die Filterleistung in Hinblick auf die Wasserqualität jüngst allerdings deutlich gesunken, was die Maßnahme einer Sanierung nun - früher als erwartet - dringend erforderlich macht. Nur mit einer kompletten Sanierung der Filteranlage kann der Badebetrieb langfristig gesichert werden.

Aufgrund dieser Umstände und der Tatsache, dass sich die Dachsanierung unplanmäßig verlängert hat, müssen diese beiden Sanierungen nun bedauerlicherweise innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne erfolgen.

Selbstverständlich haben wir alle Möglichkeiten geprüft, wie wir trotz Sanierung den Badebetrieb aufrechterhalten können. Die vollständige Schließung des Badebetriebs während der Bauarbeiten stellt die sinnvollste und verantwortungsvollste Lösung dar. Zudem ist damit auch die kürzest mögliche Bauzeit verbunden.

Wie hoch sind die Kosten für die gesamten Maßnahmen?

Informationen zu den Kosten einzelner Maßnahmen können wir aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht kommunizieren.