Pasing mit seinen knapp 82.000 Einwohnern ist längst Stadt in der Stadt. Doch der Nordausgang des Bahnhofs erinnert noch immer ein wenig an die Zeit vor 100 Jahren, als müde Münchner in ihre Sommerhäuser nach Pasing fuhren. Das dürfte sich in nächster Zeit deutlich ändern. Allerdings ist die (Bau-)Fläche am Bahnhof äußerst begrenzt. Die Bauherren stehen sich quasi gegenseitig auf den Zehen und konkurrieren um Flächen und Zufahrten.

Punkt 1: Das Studentenwohnen mit Supermarkt in der Gottfried-Keller-Straße
Am Spitz zwischen Bahnhof und Gottfried-Keller-Straße baut Bauherr Martin Bucher von Bucher Properties GmbH ein vierstöckiges Wohnhaus mit über 100 Kleinstwohnungen für Studenten. Ins Erdgeschoss kommt ein Supermarkt. Dies alles hatte bereits für viel Diskussion im BA gesorgt, denn insgesamt sind – mit Verweis auf das Bucher-Haus am Marienplatz mit großer Tiefgarage - lediglich zwei Stellplätze vorgesehen.
Eine Tiefgarage ist hier nicht möglich. Denn mit einem Bundeszuschuss von drei Millionen Euro realisiert Bucher hier eine Fahrradgarage. Der BA hatte schon vor einigen Monaten erfragen wollen, wie man sich die Fahrradgarage vorstellen müsse: wer betreibt sie, wie viele Stellplätze, ist sie kostenpflichtig, wie sieht der Anschluss an den ‚Wolkentunnel“ aus? Antworten auf diese Fragen stehen bislang aus.
Fakt ist, dass die Gottfried-Keller-Straße in zwei Augustwochen komplett gesperrt sein wird. Grund dafür sind Kanalarbeiten für das neue Haus am Spitz. Als Fertigstellungstermin wurde bislang lediglich das Jahr 2027 genannt. Eine zeitliche Eingrenzung gab das Unternehmen nicht an.

Punkt 2: Neubau in der August-Exter-Straße 3
An die Stelle der früheren Trattoria und Eisdiele baut ein privater Bauherr ebenfalls ein vierstöckiges Haus. Hier verzögert sich der Baubeginn wegen der geplanten Sperrung in der Gottfried-Keller-Straße erheblich. Auch soll der Baukran auf den bisherigen Behindertenparkplätzen errichtet werden. Diese werden jedoch von den Bauleuten des Bucher-Projekts als Wendeschleife benötigt. Sowohl Baubeginn als auch Fertigstellung sind daher derzeit schwer terminierbar.

Punkt 3: Neubau des Bahnhofsgebäudes
Zu guter Letzt will die Bahn das Bahnhofsgebäude erneuern. Das ist mit rund 100.000 Fahrgästen am Tag höchst frequentiert. Das neue Gebäude soll etwas Einzelhandel und Sanitäreinrichtungen sowie Service- und Infostellen enthalten. Planungen und das Genehmigungsverfahren laufen.
BA
Der BA reagierte auf die vielen offenen Fragen und die kommenden Bauereignisse auf der Nordseite des Bahnhofs Pasing mit einem Dringlichkeitsantrag an die Stadtverwaltung. Die Stadt soll Auskunft darüber geben, wo der Kran genau errichtet wird, was mit den Behindertenparkplätzen geschieht und wie die Situation für die Taxis gelöst werden soll. Vor allem während der voraussichtlich zweiwöchigen Sperrung der Gottfried-Keller-Straße müsse die Umleitung der Busse gewährleistet bleiben, so der BA. Wie sieht es mit Fußgängern und Radfahrern aus? Und wird der Bahnhof Pasing Nord in dieser Zeit überhaupt uneingeschränkt erreichbar sein? Einstimmig verabschiedete das Gremium den Antrag mit der Begründung: „Die Dringlichkeit ergibt sich daraus, dass diese Maßnahme in wenigen Wochen stattfindet. Auf der Nordseite des Bahnhofs wird eine Vielzahl von Bedarfen abgewickelt.“