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Trauer um Norbert Stellmach: ESV Neuaubing verliert seinen Ehrenpräsidenten

Norbert Stellmach lebte für den Sport, seinen Verein und die Gemeinschaft. Mit ihm verliert der 22. Stadtbezirk eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte Verantwortung übernahm, Menschen begeisterte und das Miteinander nachhaltig prägte. Er starb am 25. Oktober im Alter von 88 Jahren. Das Requiem findet am Donnerstag, 5. November 2026, um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Konrad, Freienfelsstraße 5, statt. Anschließend wird er um 10.30 Uhr auf dem Aubinger Friedhof am Freihamer Weg beigesetzt.

[MK]

Manche Menschen hinterlassen Spuren, weil sie Großes erreichen. Andere, weil sie über Jahrzehnte hinweg da sind, anpacken und sich für andere einsetzen. Norbert Stellmach gehörte zu beiden. Fast sieben Jahrzehnte war er mit dem ESV Neuaubing verbunden. Sein Engagement galt dabei nicht allein dem Sport, sondern ebenso seiner Familie, den Menschen und der Gemeinschaft. Er war überzeugt, dass ein Verein für seine Mitglieder weit mehr sein kann als ein Ort zum Trainieren.

Einer, der viel bewegt hat, ist gegangen

Am 1. Juli 1957 trat Stellmach dem ESV Neuaubing bei. Er war in verschiedenen Sportarten aktiv, von der Leichtathletik und dem Turnen über das Gewichtheben bis zum Skisport. Später fand er im Freizeitsport und bei der Seniorengruppe Fit+60 seine sportliche Heimat. Vor allem aber wollte er seine Begeisterung weitergeben: Seit 1971 war er als Übungsleiter tätig und begleitete Generationen von Sportlerinnen und Sportlern. Im Alten- und Service-Zentrum Aubing setzte er sich mit Gymnastikangeboten für ältere Menschen ein.

Auszug aus der Chronik des ESV:

Anpacken statt abwarten: Ehrenpräsident mit Herz und Tatkraft

Wer den Verstorbenen kannte, wusste, dass er sich nicht auf eine Zuschauerrolle beschränkte. Er übernahm Verantwortung, wo sie gebraucht wurde. Beim ESV Neuaubing war er zunächst Vizepräsident und später Präsident. Anschließend stand er dem Wirtschafts- und Verwaltungsrat vor. 1984 wurde er zum Ehrenmitglied, 1996 zum Ehrenpräsidenten des Sportvereins ernannt.

Auch ganz praktisch brachte er sich ein. Beim Bau der Sportalm am Spitzingsee packte er tatkräftig mit an. Besonders wichtig war ihm die Jugend. Er wollte jungen Menschen die Möglichkeit geben, Sport zu treiben, Gemeinschaft zu erleben und Werte wie Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Zusammenhalt zu entwickeln. Dass diese Werte nicht auf dem Spielfeld enden, sondern das ganze Leben prägen können, lebte er selbst vor.

Engagement weit über den Verein hinaus

Der gelernte Diplom-Ingenieur engagierte sich auch über den ESV Neuaubing hinaus für den Sport. Als langjähriger Vorsitzender des Sportbeirats der Landeshauptstadt München und in verschiedenen Funktionen des Bayerischen Landes-Sportverbands setzte er sich für die Interessen der Vereine und der Sportlerinnen und Sportler ein. Für seine Verdienste erhielt er 1996 den Goldenen Ehrenring der Landeshauptstadt München sowie die Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern. 2008 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

61 Jahre Engagement in der CSU Aubing

Auch kommunalpolitisch war der Neuaubinger über Jahrzehnte aktiv. 61 Jahre gehörte er der CSU in Aubing an und vertrat deren Interessen sowie die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger im Bezirksausschuss. Sein Engagement war von seiner Verbundenheit mit dem Stadtteil und den Menschen vor Ort geprägt.

Für die ältere Generation engagiert

Bis zuletzt lagen ihm die Belange der älteren Generation am Herzen. Als Mitglied des Seniorenbeirats der Landeshauptstadt München setzte er sich dafür ein, dass Seniorinnen und Senioren aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Seine Haltung brachte er einmal mit einem Satz auf den Punkt: „Sport ist zwar nicht alles, aber er hilft, fitzubleiben und ganz nebenbei ist man auch noch unter Menschen.“ Darin spiegelte sich sein Verständnis von Sport und Gemeinschaft: Es ging ihm nicht nur um Bewegung, sondern auch um Begegnung, Zusammenhalt und Lebensfreude.

Mit Norbert Stellmach verliert der 22. Stadtbezirk einen Menschen, der über Jahrzehnte nicht nur Vereinsgeschichte geschrieben, sondern auch das Miteinander mitgestaltet hat. Sein Einsatz lässt sich an Ämtern und Auszeichnungen ablesen – vor allem aber an den Menschen, die er begleitet, gefördert und für den Sport begeistert hat. Was er aufgebaut und weitergegeben hat, bleibt in der Erinnerung all jener, die ihn als engagierten Mitstreiter und verlässlichen Ratgeber erlebt haben.

Norbert Stellmach hinterlässt seine Frau und seine beiden Söhne mit ihren Familien. Am Donnerstag nehmen sie Abschied von ihrem Mann und Vater, dessen Einsatz und Verbundenheit Spuren hinterlassen haben.