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Bahnübergang Brunhamstraße sorgt für Ärger

43 Minuten pro Stunde geschlossen: Der Bahnübergang an der Brunhamstraße sorgt weiter für Ärger. Anwohner klagen über lange Staus und Sicherheitsrisiken, während die ÖDP mit einem Antrag für die Variante 3 eine neue Diskussion angestoßen hat. Im Bezirksausschuss wurde die Situation kontrovers debattiert. Konkrete Lösungen gibt es jedoch noch nicht. Ein möglicher Ortstermin mit der Deutschen Bahn und den zuständigen Referaten im Herbst soll weitere Erkenntnisse bringen.

Anwohner: „Wir sind komplett abgeschnitten“

Mit mehreren Wortbeiträgen in der Juli-Sitzung des Bezirksausschusses und der Bürgerversammlung machten Anwohner aus dem Gebiet südlich der Brunhamstraße ihrem Ärger Luft. Seit der Umstrukturierung des Bahnübergangs und dem Wegfall des bemannten Übergangs hätten sich die Schließzeiten drastisch verlängert.

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„Seit der Umstrukturierung und des Wegfalls des bemannten Übergangs haben wir Schließzeiten von 43 Minuten pro Stunde. Wir sind von irren Staus betroffen und komplett abgeschnitten in unseren Wohnstraßen.“ Die Schranke schließe bereits, wenn die S-Bahn am Bahnhof Freiham oder am Westkreuz abfahre, berichteten die Anwohner. Dadurch verlängere sich die Wartezeit pro Zug um rund vier Minuten. „Das haben wir mehrfach gemessen“, erklärten sie. Die Rückstaus reichten inzwischen weit in die Limesstraße und auf der anderen Seite bis zum Sickinger-Kreisel. Besonders besorgt zeigten sich die Anwohner mit Blick auf mögliche Notfälle. Außerdem nehme die Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr zu. „Da ist auch der Zebrastreifen nicht mehr sicher. Jeder will schnell weiterkommen, wenn die Schranke mal offen ist. Die Situation ist unhaltbar!“

ÖDP fordert Umsetzung der „Variante 3“

Zeitgleich zu den Bürgeranliegen brachte die ÖDP einen Antrag in den Bezirksausschuss ein. Hansi Sauerer (ÖDP) forderte, die Diskussion um den Bahnübergang endlich voranzubringen. „Wir diskutieren seit 50 Jahren darüber, wie man den Übergang verkehrlich optimal gestalten kann, und nichts passiert. Wenn die Schranke zu ist, herrscht Chaos pur. Wir brauchen dringend eine Lösung für den Bahnübergang – vor allem auch im Hinblick auf die zweite Stammstrecke, die für noch mehr S-Bahnverkehr sorgen wird.“

Aus fachlicher Sicht sei eine Unterführung an der Brunhamstraße zwar die beste Lösung, räumte Sauerer ein, deren Realisierung halte er jedoch für wenig wahrscheinlich. Stattdessen sprach er sich für die sogenannte Variante 3 aus. Diese sieht eine Verbindungsstraße südlich der Bahnlinie zur bestehenden Unterführung „Am Gleisdreieck“ vor. Der Bahnübergang könnte dadurch für den motorisierten Verkehr entfallen. „Laut Untersuchungen könnte man diese Lösung für rund drei Millionen Euro realisieren. Ich möchte dafür einen Anstoß geben. Denn ich habe den Eindruck, dass die Verwaltung das Thema zurückgestellt hat.“

BA will zunächst Experten hören

Im Bezirksausschuss stieß der Antrag auf ein geteiltes Echo. Nick Gradl (CSU) sprach sich dafür aus, zunächst die langen Schließzeiten selbst in den Blick zu nehmen. „Wir müssen mit Experten reden. Dann kann sich der BA positionieren. Vielleicht reicht schon eine Verlagerung der Haltepunkte um 50 Meter.“ Karin Binsteiner (Grüne) plädierte für ein gemeinsames Vorgehen mit einem interfraktionellen Antrag. Thomas Hampel (SPD) unterstützte den Vorstoß der ÖDP: „Auf eine andere Weise als Druck auf die Verwaltung bekommen wir leider keine Lösung.“ BA-Neuling Andrea Gloor (SPD) bat zunächst um mehr Zeit zur Einarbeitung. Am Ende fand der Antrag keine Mehrheit. „Die Situation ist klar“, fasste BA-Vorsitzender Sebastian Kriesel (CSU) zusammen. „Wir warten den Ortstermin im Herbst ab.“

Auch Gräfelfing spürt die Folgen

Mit Sorge werden die langen Schließzeiten des Bahnübergangs auch in Gräfelfing verfolgt. Bürgermeister Peter Köstler erinnerte an „extreme Situationen vor 30 Jahren“. Erst mit dem Bau der A99 habe sich die Verkehrslage entspannt. „Aber jetzt bekommen wir die Auswirkungen der extremen Rückstaus natürlich wieder täglich zu spüren. Die Anwohner sind genervt. Wir spüren alle, wie wichtig diese Verbindung ist. Und was nützen Verkehrswege, die man nicht fahren kann?“

Nach Angaben Köstlers liegen Untersuchungen zur Steuerungstechnik und möglichen Optimierungen der Schrankensteuerung bereits seit Längerem vor. „Wir haben schwarz auf weiß, wie sich die Situation auch mit der zweiten Stammstrecke entwickeln kann. Die Untersuchungen haben wir zum Teil mit beauftragt.“ Gräfelfing hat das Problem weiterhin im Blick, betonte Köstler. Auch der Gemeinderat hat sich bereits mehrfach mit entsprechenden Anfragen beschäftigt. Nun bleibt abzuwarten, ob es tatsächlich zu dem angekündigten Ortstermin kommt und welche Ergebnisse er bringt.