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Die Planung der U5 nach Freiham kann weitergene - darauf einigte sich der Stadtrat mehrheitlich.

U5 nach Freiham: Stadtrat gibt grünes Licht – Erleichterung im Münchner Westen

Die U5 nach Freiham nimmt die nächste Hürde: Der Münchner Stadtrat erlaubt die Weiterplanung. Nach fast 2.000 Unterschriften und intensivem politischen Einsatz ist die Erleichterung im Münchner Westen groß. Im Bezirksausschuss gab es Beifall – aber auch deutliche Forderungen.

[US MK]

„Das ist ein guter Tag für den Münchner Westen“, freute sich BA-Vorsitzender und CSU-Stadtrat Sebastian Kriesel in der Sitzung des Bezirksausschusses Aubing-Lochhausen-Langwied am Mittwochabend. Wenige Stunden zuvor hatte der Münchner Stadtrat mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Linken beschlossen, die Planungen für die Verlängerung der U5 von Pasing nach Freiham fortzusetzen. Damit können die nächsten Schritte für das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt für die Verkehrsanbindung des wachsenden Stadtteils.

Noch vor wenigen Tagen hatte es ganz anders ausgesehen. Zweimal war die Entscheidung im Bauausschuss vertagt worden. Die Sorge, dass die U-Bahn nach Freiham auf unbestimmte Zeit verschoben werden könnte, hatte im Münchner Westen hohe Wellen geschlagen. Eine von BA-Mitglied Marija Schopohl gestartete Petition sammelte innerhalb von nur vier Tagen fast 2.000 Unterschriften. Dazu kamen zahlreiche Interviews, Medienberichte und Fernsehauftritte. Der öffentliche Druck war erheblich.

„Die Entscheidung stand auf Messers Schneide“

Wie knapp die Entscheidung zwischenzeitlich war, machte ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer deutlich. Sie habe „auf Messers Schneide“ gestanden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei der gemeinsame politische Einsatz gewesen. „Wir waren immer erfolgreich, wenn wir uns politisch alle einig waren“, erklärte Sauerer. Ohne U-Bahn lasse sich Freiham in der geplanten Größe nicht sinnvoll entwickeln.

Auch Kriesel betonte die Bedeutung des gemeinsamen Engagements. Nun müsse dafür gesorgt werden, dass der Zeitplan eingehalten werde. Nach derzeitiger Planung soll die U5 im Jahr 2039 Freiham erreichen. „Wir entscheiden hier für die nächsten Generationen“, sagte er und erinnerte daran, dass der Bezirksausschuss seit Langem eine rechtzeitige U-Bahn-Anbindung für den zweiten Realisierungsabschnitt Freihams fordert. Die Menschen müssten schließlich mobil bleiben, gerade wenn sie möglichst auf das Auto verzichten sollen. Ausdrücklichen Dank gab es von BA-Mitglied Nicolaus Gradl. Er würdigte den Einsatz von Kriesel und Sauerer, die mit großem Nachdruck für die Fortsetzung der Planungen gekämpft hätten. Ebenso dankte er Marija Schopohl für ihre Petition und den zahlreichen Unterstützern. Im Namen der Anwohner sprach Gradl den beiden Stadträten seinen Dank aus. Im Bezirksausschuss gab es dafür Beifall.

Olympia darf die U5 nicht ausbremsen

Eine Sorge bleibt allerdings: Münchens Olympiabewerbung und die damit verbundenen Verkehrsprojekte könnten die U5 nach Freiham erneut ins Hintertreffen geraten lassen. Im Gespräch sind unter anderem der Ausbau der U9 und die Verlängerung der U4 zum möglichen Olympischen Dorf im Nordosten. Kriesel warnte davor, die verschiedenen U-Bahn-Projekte gegeneinander auszuspielen. Auch Sauerer sah keinen zwingenden Widerspruch zwischen Olympia und der U5, zumal der Transport der Athleten gesondert organisiert werde.

Unterstützung kommt aus dem benachbarten Pasing. „Die U-Bahn nach Freiham ist zwingend notwendig“, betonte Maria Osterhuber-Völkl (CSU), Vorsitzende des Planungsausschusses im BA 21. „Man kann einfach nicht Wohnungen im großen Stil bauen und beim Verkehr und der öffentlichen Anbindung denken, das wird schon irgendwie.“ Angesichts der langfristig rund 30.000 Bewohner Freihams müsse die öffentliche Verkehrsanbindung mit der Stadtentwicklung Schritt halten.

Auch Raoul Koether, SPD-Fraktionssprecher im Pasinger BA, fand deutliche Worte: „Ohne U-Bahn bleibt der Münchner Westen im Stau stecken. Wer ÖPNV-Projekte, die mit der Olympiabewerbung zusammenhängen, gegen andere ÖPNV-Projekte ausspielt, erweist dieser Bewerbung selbst einen Bärendienst.“ Die Olympiabewerbung brauche den Rückhalt der gesamten Stadt. Die Menschen im Westen würden sie nur dann weiterhin mit Überzeugung unterstützen, wenn auch ihre Stadtteile davon profitierten.

Finanzierung und Zeitplan bleiben offen

Bereits im Vorfeld hatte die SPD im BA 22 einen interfraktionellen Antrag angestoßen, der konkrete Auskünfte über den weiteren Zeitplan, die Finanzierung und einen möglichen Baubeginn verlangt. Auch mögliche Auswirkungen der Olympiabewerbung sollen geklärt werden. Nach dem aktuellen Stadtratsbeschluss empfahl das Gremium eine Modifizierung und Vertagung des Antrags. Dem wurde einstimmig zugestimmt.

Denn bei aller Erleichterung ist die U-Bahn nach Freiham noch längst nicht gesichert. Beschlossen wurde die weitere Planung, nicht der Bau. Die Kosten werden derzeit auf rund 1,57 Milliarden Euro geschätzt. Für die Umsetzung braucht München unter anderem verbindliche Förderzusagen von Bund und Freistaat. Für Kriesel ist der Beschluss dennoch ein wichtiges Signal. Die vergangenen Tage hätten gezeigt, was gemeinsames Engagement bewirken könne. „Man sieht, steter Tropfen höhlt den Stein. Jetzt geht es weiter!“ Bis die erste U-Bahn tatsächlich in Freiham einfährt, dürfte allerdings noch viel Wasser die Würm hinunterfließen. Deshalb lautet Kriesels Appell: „Wir dürfen nicht nachlassen.“