Die neue Ausstellung (Vernissage am 8. Oktober um 19 Uhr) in der Pasinger Fabrik verspricht vor allem eines: Ungewöhnliches trifft Phantasie, Hörexperiment trifft Experimentierfreude, Klangerlebnis trifft Bildergewalt.
Maschinen, Spiegel, Sonnenuntergänge
Unter dem Titel „Fake Noise – True Image“ treffen fünf verschiedene Künstler aufeinander. Zunächst sind da Greulix Schrank und Taison Heiß vom Münchner Duo „Portmanteau“, die mit ihren Klangmaschinen ganze Welten schaffen, von Wind und Wellen erzählen, Philosophen Luft und Raum geben, mit Uhrfedern auf Carbonstangen fernöstliche Lieder singen lassen oder mit einem Windsack eine moderne Ablassmaschine schaffen. Auch ihre „Nautilus“ aus dem Schauburg-Stück „20.000 Meilen unterm Meer“ haben sie mitgebracht. Zwar ist die Galerie der Pasinger Fabrik zu klein, um das Theaterstück aufzuführen. Immerhin wird ein Video vom Stück auf Leinwand zu sehen sein.
👇 Die Nautilus-Klangmashcine aus dem Stück “20.000 Meilen unterm Meer” 👇

Bitte Kleingeld mitbringen
„Man braucht einiges an Kleingeld, wenn man zu uns in die Ausstellung kommt“, so Greulix: 50-Cent-Einwurf für eine Vorführung. „Manches ist noch nicht ganz fertig programmiert, das geschieht vielleicht zu den Ausstellungsführungen. So haben die Leute gleich einen Einblick in unsere Arbeit“, sagt der gelernte Elektriker und Mechaniker, der über die Metalband „Schweißer“ bei der Musik blieb und nun die wundersamen Maschinchen in seiner Murnauer Werkstatt bastelt.
„Wir sind bekannt, uns wird viel Material angeboten. Wie die Orgelpfeifen oder die Uhrenfedern“, sagt Greulix. „Das ist hervorragend.“ Manches geschieht auch aus Zufall, wie der Internetfund von Flak-Koffern, die eigentlich zum Transport der Musikmaschinen bestellt wurden und ein filigranes hölzernes Innenleben hatten, aus dem wieder eine neue Maschine wurde.
👇Flake-Koffer? Nö, Phantasie-Orchester mit Lochprogrammierung👇

Wo oben und unten verschwimmen
Und die anderen Künstler? Der Astrophysiker Leonhard Scheck zerlegt in seinen Fotografien Raum und Zeit und schafft daraus einen zweidimensionalen Tag – vom Sonnenaufgang bis -untergang, von Datumsgrenze zu Datumsgrenze oder den Himmel im Laufe eines Tages. „Je dunkler, desto später“, kommentierte Greulix bei der Vorbesichtigung. Martin Dessecker stellt „Transparenzen“ aus, in denen Wirklichkeit und Spiegelung zu einem Bild werden. Auch Willi Haas beschäftigt sich mit Spiegelungen, bei denen auf den ersten und zweiten Blick nicht klar ist, wo oben und unten ist.
👇“Je dunkler, desto später”👇

Kurz: Es ist eine Ausstellung zum Verlie-r/b-en, in die man mindestens ein zweites Mal gehen muss. Ausstellung „Fake Noise – True Image“ in der Pasinger Fabrik, Galerieräume, vom 8. Oktober bis 14. März 2027. Gesamtes Programm inklusive Führungen und Begleitprogramm auf https://pasinger-fabrik.de/.