Darauf haben die Pasinger schon lange gewartet: auf ihr Kulturbürgerhaus an der Offenbachstraße. In der winz kleinen Baulücke gegenüber der Arcaden-Lieferanteneinfahrt entsteht bis Ende 2028 ein Haus mit zwei Eingängen und zwei Ebenen: eine nach Osten zur Promenade, eine nach West zur tiefer gelegenen Offenbachstraße. Ein Foyer verbindet beide Bereiche.
👇Spatenstich mit Stadtvertretern, Stadträten, BA21, Vertretern der Arcaden und Kulturschaffenden 👇

Was entsteht genau?
Der große Saal soll künftig Platz für Bühne und für 300 Zuschauer haben. Gebaut wird mit viel recyceltem Material und nachwachsenden Rohstoffen wieHolz. Das begrünte Dach – überhaupt ist es der Hingucker und Markenzeichen zugleich – sammelt Regenwasser und ist einen Beitrag zur Schwammstadt. Und da wir gerade dabei sind: Bauherrin ist das Kommunalreferat, das bauausführende Unternehmen ist die Münchner Wohnen. Nutzerin wird das Kulturreferat mit dem prominenten Ansprechpartner Pasinger Fabrik sein. Zu den Fakten gehören auch: 15 Millionen Euro kostet das Kulturhaus 21. Aus dem Architektenwettbewerb von 2019 ging das Büro meck architekten GmbH als Sieger hervor. Architekt Axel Frühauf beschreibt die Intention des nun realisierten Entwurfs als „einen selbstbewussten Ort der Kultur als Solitär in Sichtbeziehung zum historischen Bahnhof“.
👇V.l. Kulturreferent Marek Wichers, Kommunalreferent Edwin Grodeke, Architekt Axel Frühauf 👇

Baumaßnahme mit Geschichte
Nun erfolgte der Spatenstich für das Gebäude. Der Termin hätte kaum besser gewählt werden können: Genau vor zehn Jahren wurde das ursprünglich als Kulturbürgerhaus vorgesehene Gebäude – der in den 1930iger Jahren gebaute Kopfbau der Bahn an der Ecke Offenbachstraße/Bahngleise – abgerissen. Dieser Umstand ist in Pasing bis heute präsent, denn der Abriss erfolgte unter lautstarken Protesten.
👇Letzter Blick aufs abgerissene Gebäude, 2016👇
Der Kopfbau war ein mehrstöckiges Gebäude mit einer großzügigen offenen Treppenanlage im Inneren, die alle Geschosse miteinander verband, sowie unterschiedlich großen, sehr hohen Räumen. Die Befürworter sahen darin bereits Saal, Nebensäle, Galerie, Café und Ateliers verwirklicht.
Dennoch musste das Gebäude weichen. Zunächst wollte sich die Stadt nicht mit dem aus dieser Zeit stammenden Bauwerk identifizieren. Auch die Annahme, ein Neubau ließe sich schneller und deutlich günstiger realisieren, gab den Ausschlag für den Abriss 2016. „Das war ein Irrtum, wie wir heute wissen“, meinte BA-Vorsitzender Frieder Vogelsgesang in seiner Rede zum Spatenstich.
👇 Spatenstich mit v.l. Axel Frühauf, Frieder Vogelsgesang, Mona Fuchs, Christian Müller, Edwin Grodeke, Marek Wiechers

„Bitte spart nicht an der Kultur!“
Das neue Kulturhaus 21 werde außerordentlich flexibel nutzbar sein, viel Potenzial für Kulturschaffende im Stadtbezirk bieten und mit einer gelungenen Architektur überzeugen. „Die Aussicht auf dieses tolle Kulturbürgerhaus möge die damaligen Zweifler und Gegner versöhnen“, sagte Vogelsgesang. Zugleich richtete er einen Appell an die Landeshauptstadt. „Die Bevölkerung wächst und die Kultur muss mithalten. Bitte spart nicht an der Kultur!“ Sie diene zwar auch der Zerstreuung und Bespaßung. „Vielmehr aber macht sie uns Menschen aus.“
👇Öffentlicher Spatenstich mit vielen Interessenten👇

Kulturreferent Marek Wiechers nahm den Ball gern auf. „Danke für das Plädoyer für die Kultur“, meinte er. „Wir füllen das Haus nicht nur mit Inhalt. Hier sollen viele involviert sein.“ Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs prognostizierte dem Haus „Strahlkraft für die ganze Stadt“ und wünschte sich kulturelle und soziale Veranstaltungen. Und Christian Müller von München Wohnen versprach eine enge Baustellenkoordination mit allen Beteiligten, besonders mit Augenmerk auf den „Schulweg, der hier vorbeiläuft. Bitte teilen Sie uns Ihre Anregungen und Kritik mit, damit wir schnell reagieren können.“ Wer neugierig ist, wie das neue Kulturhaus 21 einmal aussehen wird, kann in den kommenden zwei Wochen selbst einen Blick auf die Pläne werfen: In den Pasing Arcaden werden die Entwürfe öffentlich ausgestellt – ein erster Vorgeschmack auf den neuen Kulturort, der in Pasing entstehen soll.
👇Die späteren Nutzer: Frank Przybilla von der Pasinger Fabrik und Kulturreferent Marek Wiechers👇
