Denn dieses Orchester ist kein gewöhnliches Ensemble.
50 Jahre gelebte Musik
Die Zarge feierte im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Gegründet wurde sie 1975 von drei Studenten – darunter Johanna und Christian Marek -, die ihr gemeinsames Musizieren nicht einfach enden lassen wollten, nur weil das Studium vorbei war. Aus diesem Impuls ist über Jahrzehnte ein Laienorchester gewachsen, das bis heute von einer selten spürbaren Konstanz lebt: der Freude am gemeinsamen Klang.
Musik nach Feierabend – und mit voller Hingabe
Viele der Musiker kommen direkt aus ihrem Berufsalltag zur Probe. Müde, voller Gedanken, manchmal vielleicht auch ein wenig zerstreut – und trotzdem entsteht genau dort etwas Besonderes: Konzentration, Energie, gemeinsamer Fokus auf die Musik.
Orchesterleiter Bernhard Tluck, der das Ensemble seit 1980 prägt, beschreibt es als eine Form von gelebter Hingabe. Nicht im Sinne von Perfektion, sondern im Sinne von Aufmerksamkeit. Musik als Raum, in dem man auftaucht, obwohl der Tag eigentlich schon voll ist. „Ich staune jedes Mal, wie es die Mitglieder schaffen, die Spannung aufzubauen und zwei Stunden konzentriert zu üben. Die Gemeinschaft und die Liebe zur Musik tragen uns und lassen immer wieder Herrliches entstehen.“ Dabei solle das Üben nicht zusätzlichen Stress erzeugen. Dann würde Frust entstehen, das wäre kontraproduktiv, so Tluck.
Er habe die Orchesterleitung sehr gern übernommen. Als Berufsmusiker und Professor am Augsburger Konservatorium habe er das pädagogische Geschick für die engagierte „Zarge“ und auch die Kontakte zu jungen Musikern, die als Solisten oder als Bläserverstärkung zu den Konzerten hinzukommen konnten, gehabt.
„Das gemeinsame Musizieren ist immer schön und erfüllend“, beschreibt Christian Marek die Orchesterarbeit, „und aus meiner Sicht sehr motivierend, so dass wir auch andere Laienmusiker für uns begeistern konnten. Mit Besetzungen hatten wir nie Schwierigkeiten.“ „Laienmusik auf ganz hohem Niveau“, ergänzt Bernhard Tluck. „Man spürt die Liebe zur Sache, diese Liebe scheint immer durch. Das Engagement beim Üben, auch wenn es einmal schwieriger wird.“

Ein Konzert als Moment der Begegnung
Und dann kommt der Moment, der alles zusammenführt: das Konzert. Wenn sich die Türen der Hofkirche öffnen, das Publikum Platz nimmt und sich nach und nach dieser besondere Klangraum füllt, passiert etwas, das sich schwer in Worte fassen lässt. Die Musik wird nicht nur gespielt – sie wird geteilt. Christian Marek beschreibt das Programm der Sommerserenade: „Schubert und Mozart haben wir vor Jahren schon gespielt. Der Mendelssohn ist neu für uns. Und wir freuen uns auf den ganz jungen Solisten Erik Maier. Er ist Absolvent des Pestalozzi-Gymnasiums, zu dem wir beste Verbindungen haben.“ Die nächsten Zarge-Konzerte stehen auch schon fest: am 3. September tritt das Orchester im Kreuzgang von San Francesco im toskanischen Castiglion Fiorentino auf. „Unser Neujahrskonzert findet am 30.1.27 auch wieder in der Allerheiligen Hofkirche statt“, so Marek und schwärmt von der einmaligen Akustik.
Sommerserenade des Kammerorchesters Die Zarge e.V.
📍 Allerheiligen Hofkirche München 🗓 20. Juni 🎟 Restkarten an der Abendkasse Mehr Infos gibt’s hier 👉🏻 www.diezarge.de