Zum Auftakt skizzierte BA-Vorsitzender und Stadtrat Sebastian Kriesel die wichtigsten Themen im Stadtbezirk. Er sprach über die geplante Kulturstätte am Westkreuz, den seit Jahren geforderten viergleisigen Ausbau der S4 („Probleme beschäftigen uns seit Jahren, es wird Zeit, dass der viergleisige Ausbau kommt.“), die rasante Entwicklung Freihams mit inzwischen rund 9.000 Einwohnern sowie den weiterhin schleppenden Ausbau der Infrastruktur. Positiv hob er die sozialen Angebote und den geplanten Landschaftspark mit Badesee hervor, bezeichnete die Parkplatzsituation jedoch als „gruselig“. Weitere Themen waren die Bahnquerung an der Brunhamstraße sowie die angespannte Schul- und Betreuungssituation in Freiham, Lochhausen und Langwied.

Bahnhof Aubing, Übergang Brunhamstraße, viel Verkehr, wenig Parkplätze
Die rund 40 Anträge und Anfragen drehten sich um die aktuellen Brennpunkte im Stadtbezirk. Ein wiederkehrendes Thema war der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Aubing. Mehrfach wurde eine provisorische Rampe vom Germeringer Weg gefordert. Die Antwort des Mobilitätsreferats (MOR) dämpfte jedoch die Hoffnung auf eine schnelle Lösung: Kurzfristige Maßnahmen von Stadt und Bahn seien bereits 2019 vom Stadtrat als „nicht schön“ verworfen worden. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Deutsche Bahn im Zuge des viergleisigen Ausbaus entscheidet.
Auch der Bahnübergang an der Brunhamstraße beschäftigte viele Bürger. Schließzeiten von bis zu 40 Minuten pro Stunde („Wir haben händisch gestoppt.“), lange Rückstaus bis in die Wohnstraßen und Behinderungen für Rettungskräfte wurden als „inakzeptabel“ bezeichnet. Das Mobilitätsreferat kündigte einen Ortstermin an.
Auch der Verkehr war ein großes Thema. Mit viel Beifall wurde die Freigabe des Freihamer Hörwegs gefordert. In Freiham selbst stand zudem die angespannte Parkplatzsituation im Mittelpunkt. Sebastian Kriesel verwies auf die Planungen der Stadt für drei oberirdische Parkplätze mit jeweils rund 300 Stellplätzen. Diese befänden sich allerdings auf künftigen Bauflächen und stünden daher nur vorübergehend zur Verfügung.
Weitere Forderungen für Freiham waren ein Musiksaal, Proberäume für Musiker sowie ein möglichst schnell zu realisierender Jugendtreff. Auch aus den anderen Stadtbezirksteilen kamen Wünsche: So wurden eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn im Bereich Langwied sowie der Verzicht auf eine Parkraumbewirtschaftung in Neuaubing gefordert. Ein Bürger regte an, die Paulaner-Brauerei an das öffentliche Wassernetz anzuschließen, damit das wertvolle Tiefenbrunnenwasser ausschließlich für das Bierbrauen verwendet wird.
Auch BA-Mitglied und Vorsitzender der Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing, Jürgen Müller, meldete sich zu Wort. Er forderte: „Schluss mit der Planung für die Tram 17. Die bringt keinen Nutzen und blockiert nur wichtige Bauvorhaben.“

Danke fürs Engagement
Dieser Bericht gibt einen ersten Überblick über die gestrige Bürgerversammlung. Die einzelnen Themen werden wir auf Aubinger.Online in der kommenden Zeit vertieft aufgreifen.
Das Resümee zur Bürgerversammlung:
BA-Vorsitzender Sebastian Kriesel bedankte sich fürs große Interesse, das Mitdenken und das Engagement der Bürger.
Versammlungsleiter Prof. Jörg Hoffmann bemerkte, dass er bei einer Bürgerversammlung noch nie so viele einstimmig verabschiedete Anträge erlebt habe wie an diesem Abend in Freiham. Das spricht für ein bemerkenswertes Zusammenhalt im Stadtbezirk – zumindest bei den Themen, die an diesem Abend auf der Tagesordnung standen.
