Maria Eich als Kloster, Wallfahrtsort und Ausflugsziel? Ja, klar. Als Insidertipp für elektronische Musiksessions? Absolut.
Die Vorgeschichte
„Musik spielt in Maria Eich – wie eigentlich in jeder Kirche – eine große Rolle bei Gottesdiensten, Meditationen etc. Neben den im Würmtal beheimateten Blaskapellen gab es in Maria Eich in der Vergangenheit auch immer mal wieder kleinere Konzerte – allerdings eher sporadisch und nicht in Form von Reihen organisiert“, meint Bruder Carsten Meister, Grafiker, Digital Artist und Musiker. Er ist seit Ende 2023 im Kloster zuhause und hatte gleich zu Beginn den Musik-Stein ins Rollen gebracht. „In Würzburg – wo ich zuvor 13 Jahre in unserem Kloster gelebt und gearbeitet hatte – gab und gibt es ein recht großes Kulturangebot, vor allem im klassischen Bereich, in dem ich mitgewirkt hatte und immer mehr moderne Showelemente wie Moving-Heads, Laser und Videoprojektionen einsetzen konnte. Als ich vor beinahe drei Jahren hierher nach Maria Eich kam, waren die Mitbrüder offen dafür, so etwas – in kleinerem Rahmen und auch mit anderer Musik – hier in Maria Eich zu probieren.“

Die Sommer- und Wintergeschichte
Inspiriert von Hartmut Rosas Buch „Resonanz“ realisierte Bruder Carsten gemeinsam mit dem Kirchenmusiker Hans-Bernhard Ruß bereits im November 2024 sein erstes Musikprojekt in Maria Eich: die Musikinstallation „resonance therapy“. Ein Jahr später folgte mit „shimmering lights“ eine weitere Installation in der Klosterkirche.
Und – kleiner Spoiler – auch für diesen November ist bereits das nächste Projekt geplant: die Musik-Licht-Installation „gravitas“, die sich mit dem Traum vom Schweben beschäftigt.
Soweit die Winterprojekte.
Im Juni vergangenen Jahres lud Bruder Carsten erstmals zu atmosphärischen Klängen an vier Freitagabenden ein. Die Idee dahinter: „Zum Wochenausklang einfach eine Stunde elektronische Musik zu präsentieren“, erklärt er. „Wichtig war uns, dass der technische Aufwand möglichst gering bleibt. Die Musik sollte im Vordergrund stehen – und natürlich das Ambiente des wunderschönen Wallfahrtsplatzes in Maria Eich. Deshalb lassen wir uns auch vom Wetter möglichst nicht abschrecken.“

Juni-Freitage auf dem Wallfahrtsplatz
Nach der Premiere im vergangenen Jahr geht die Reihe „ambient summer“ nun in ihre zweite Saison. Den Auftakt machte am 5. Juni der Würzburger Musiker Nik Jira. Weiter geht es am 12. Juni mit Sonus Urbis aus Erfurt. Hinter dem Projekt steht Stephan Ratajczak, der eine Stunde lang vielschichtige Klanglandschaften aus sphärischen Flächen und behutsam gesetzten Beats entstehen lässt. Am 19. Juni steht Bruder Carsten selbst auf der Bühne. „Das Leitmotiv wird eine Reflexion über Welt und Gesellschaft sein, zwischen weltpolitischem Chaos und gesellschaftlichen Spannungen“, sagt er. „Und natürlich wird es Ambient-Musik sein – vorwiegend am Rechner produziert. Wahrscheinlich kommen auch einige Synthesizer zum Einsatz.“ Den Abschluss der Reihe gestaltet am 26. Juni „Children of Our Stars“, das Ambient-Projekt des Komponisten und Musikers Robin Becker. Gemeinsam mit der Sängerin Kathi Becker präsentiert er atmosphärische Klangwelten auf dem Wallfahrtsplatz von Maria Eich. Wer den Sommerabend einmal anders ausklingen lassen möchte, findet in Maria Eich einen ungewöhnlichen Ort zwischen Wallfahrt, Natur und elektronischen Klangwelten. 👉🏻 mehr Infos zu den Terminen und den Künstlern https://www.maria-eich.de/aktuelles/ambient-summer-2026