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Nachbarschaftshilfe – wenig Zeit, viel Wirkung

Die Nachbarschaftshilfe Aubing braucht Verstärkung. Ganz konkret: Menschen, die Zeit und Lust haben, anderen unter die Arme zu greifen – regelmäßig oder sporadisch. Wer einkaufen gehen oder Fahrdienste übernehmen kann, ist hier genau richtig. Und ganz nebenbei wächst etwas, das man nicht kaufen kann: echte Nachbarschaft.

[US]

Die Nachbarschaftshilfe ist ein großes Netz, das viele trägt. Doch selbst das stärkste Netz bekommt mit der Zeit kleine Lücken. „Wir haben so viele Anfragen an unsere Hilfsangebote, dass wir dringend neue Helfer suchen“, sagt Wolfgang Kück aus dem Vorstand.

Was wird gesucht? Fahrdienste …

Vor allem Fahrerinnen und Fahrer, die mit dem eigenen Auto Menschen zu Arztterminen, zur Physiotherapie oder zu anderen wichtigen Terminen begleiten. Manchmal heißt das auch: warten, zuhören, da sein – und anschließend wieder sicher nach Hause. Vier Euro zahlen die Klienten pro Fahrt, bei längeren Strecken etwas mehr. „Pünktlichkeit ist wichtig. Aber genauso wichtig ist die Fähigkeit zuzuhören“, sagt Kück, der selbst seit 14 Jahren Fahrdienste übernimmt. Denn nicht jede Arztfahrt endet mit guten Nachrichten. Gefahren wird vor allem im Stadtbezirk, gelegentlich auch nach Pasing oder Großhadern – die Münchner Innenstadt bleibt außen vor. „Dort fehlt es einfach an Parkmöglichkeiten. Und unsere Klienten brauchen oft Unterstützung bis zur Anmeldung in der Praxis.“

… und Einkaufshilfen

Auch Einkaufshilfen werden gesucht: Ehrenamtliche, die mit einem Einkaufszettel losziehen und die Besorgungen nach Hause bringen. Damit es überschaubar bleibt, gibt es eine Obergrenze von 50 Euro. „Es soll keine schwere Schlepperei werden“, erklärt Kück. Manchmal begleiten die Senioren den Einkauf selbst – aber nur, wenn beide Seiten das möchten. Und dann ist da noch die vielleicht wertvollste Form der Hilfe: Zeit schenken. Spazieren gehen, etwas spielen, ratschen, zuhören. „Auch dafür freuen wir uns über jede Unterstützung.“

Wie läuft das ab?

Die Nachbarschaftshilfe setzt auf maximale Selbstbestimmung. Niemand verpflichtet sich zu festen Einsätzen. Jede und jeder entscheidet selbst, wie oft und wie viel er oder sie helfen möchte – ob regelmäßig oder ganz spontan. „Das ist uns sehr, sehr wichtig. Ein Ehrenamt zu bekleiden ist schon toll, da soll keiner gegängelt werden.“ Organisiert und zusammengeführt werden die Hilfsgesuche und -angebote über die Einsatzleitung: Ruth Reber und Renate Herburger koordinieren die Anfragen und telefonieren die Liste der Ehrenamtlichen solange ab, bis sich jemand findet, der Zeit und Kapazität hat. „Das ist mit großem Aufwand verbunden und unglaublich wertvoll. Denn so bleibt die Hilfe flexibel und persönlich.“

Am Ende geht es genau darum: ein Netz zu knüpfen, das trägt - für alle. Interesse? Dann einfach melden (–) und Teil dieser Nachbarschaft werden.