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Hubert Aiwanger beim Aubinger Herbstfest

Hubert Aiwanger: Erinnerungen an einen Politiker, der auch in Aubing Spuren hinterließ

Der überraschende Tod des bayerischen Wirtschaftsministers und Freie-Wähler-Chefs Hubert Aiwanger hat weit über die Landespolitik hinaus Bestürzung ausgelöst. Auch in Aubing ist die Trauer groß. Hier war der 55-Jährige mehrfach beim Aubinger Herbstfest zu Gast – und hinterließ Erinnerungen, die weit über politische Reden hinausgehen. Roland Jung von den Aubinger Freien Wählern erinnert sich an einen Politiker voller Energie und an einen Menschen, den er persönlich sehr geschätzt hat.

[Roland Jung]
US

Roland Jung, Freie Wähler Aubing: Die Nachricht von Hubert Aiwangers Tod hat mich tief getroffen. Ich bin noch immer geschockt und kann kaum begreifen, dass er nicht mehr da ist. Er wurde im wahrsten Sinne des Wortes mitten aus dem Leben gerissen. Für mich ist das nicht nur der Verlust eines herausragenden Politikers. Ich habe einen Menschen verloren, den ich über viele Jahre sowohl aus meiner politischen als auch aus meiner beruflichen Tätigkeit kannte und außerordentlich geschätzt habe. Ich durfte Hubert Aiwanger als intelligenten, warmherzigen, bodenständigen und verbindlichen Menschen erleben. Als einen Politiker mit Leib und Seele, für den Politik kein Selbstzweck war. Er wollte etwas bewegen, anpacken und vor allem den Menschen zuhören. Ihre Sorgen und Nöte waren für ihn der eigentliche Antrieb seiner Arbeit.

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Wenn Hubert Aiwanger nach Aubing kam

Besonders lebendig bleiben mir seine Besuche auf dem Aubinger Herbstfest in Erinnerung. Erstmals war er vor der Landtagswahl 2023 beim Politischen Abend der Freien Wähler zu Gast. Zwei weitere Besuche folgten. Und jedes Mal war zu spüren, welche Energie dieser Mann mitbrachte. Wer Hubert Aiwanger auf einer solchen Bühne erlebt hat, weiß, was ich meine. Er brauchte keine große Inszenierung. Er war einfach da – kraftvoll, direkt, voller Temperament und mit einer Sprache, die viele Menschen unmittelbar erreichte.

Eine Szene werde ich wohl nie vergessen: Hubert Aiwanger sprang von der Bank über den Tisch direkt auf die Bühne. So war er! Voller Tatendrang, spontan und mit einer Energie, die ansteckend wirkte. Wenige Sätze genügten, und er hatte die Aufmerksamkeit des Festzelts. Er konnte die Menschen begeistern, weil er nicht um den heißen Brei herumredete. Er sprach Probleme offen an, nahm kein Blatt vor den Mund und vertrat seine Überzeugungen mit Leidenschaft. Natürlich eckte er damit auch an. Doch gerade diese unverstellte Art machte ihn für viele seiner Zuhörer glaubwürdig.

Politik von Mensch zu Mensch

Was ich an Hubert Aiwanger besonders geschätzt habe, war seine Nähe zu den Menschen. Auch beim Aubinger Herbstfest war nach der Rede nicht einfach Schluss. Er nahm sich Zeit für Gespräche, Fotos, Selfies und Autogramme. Da stand kein abgehobener Politiker, der sich möglichst schnell zum nächsten Termin verabschiedete. Da war einer, der gerne unter den Leuten war und wissen wollte, was sie bewegte.

Diese Bodenständigkeit war ein wesentlicher Teil seiner Persönlichkeit. Hubert Aiwanger war tief in seiner niederbayerischen Heimat verwurzelt. Als Landwirt wusste er, was es heißt, anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur reden, sondern handeln – das war seine Haltung. Man musste nicht jede seiner politischen Positionen teilen, um zu erkennen, mit welcher Überzeugung er für seine Anliegen eintrat. Für uns Freie Wähler in Aubing waren seine Besuche immer etwas Besonderes. Hier wurde Politik unmittelbar erlebbar, von Mensch zu Mensch.

Ein Mensch, der fehlen wird

Über die vielen Jahre unserer Zusammenarbeit habe ich Hubert Aiwanger auch abseits der politischen Bühne kennengelernt. Als Chef und Minister, vor allem aber als Menschen. Ich habe seine Verbindlichkeit, seinen Fleiß und seine menschliche Wärme sehr geschätzt.

Umso schwerer fällt es mir, zu begreifen, dass all das nun Vergangenheit sein soll. Seine Stimme, seine Energie, seine Entschlossenheit und die persönlichen Begegnungen werden fehlen. Mit seinem Tod verlieren die Freien Wähler eine prägende Persönlichkeit. Auch für uns in Aubing hinterlässt er eine große Lücke. Wir wollen die politische Arbeit in seinem Sinne fortführen. Sein Leitspruch „Anpacken für Bayern“ bleibt uns Auftrag und Verpflichtung.

Wenn ich heute an Hubert Aiwanger denke, sehe ich nicht nur den Minister und Parteivorsitzenden vor mir. Ich sehe auch den Mann, der beim Aubinger Herbstfest über einen Tisch auf die Bühne sprang, das Festzelt mitriss und anschließend mitten unter den Menschen stand. So werde ich ihn in Erinnerung behalten: als leidenschaftlichen Politiker, als außergewöhnlichen Menschen und als jemanden, der mit beiden Beinen fest im Leben stand.

Meine Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten seiner Partnerin, seinen Söhnen, seiner Familie und allen Menschen, die ihm nahestanden. Ihnen wünschen wir von Herzen viel Kraft und Zusammenhalt.