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Friedhof Aubing: Sebastoan Kriesel setzt sich dafür ein, dass das Wasser nicht abgestellt wird.

Aubing und das Wasser: Zwischen Sparzwang und Augenmaß

Wasser wird auch in München zur Zukunftsfrage. Zwischen abgeschalteten Brunnen, Friedhofsgießkannen und neuen Trinkbrunnen zeigt sich, wie unterschiedlich die Vorstellungen vom richtigen Wassersparen sind.

[us]

Der Sommer dreht gerade seine nächste Runde. Bei stabilen 30 Grad kocht nicht nur das Thermometer, sondern auch die Debatte um das Wasser. Münchens Trinkwasser stammt überwiegend aus Quellen im Mangfall- und Loisachtal. Durch die anhaltende Trockenheit wird dort derzeit weniger Grundwasser neu gebildet. Gleichzeitig steigt der Wasserverbrauch in der Stadt deutlich an.

Laut Stadtverwaltung ist die Trinkwasserversorgung zwar aktuell gesichert, Einschränkungen für Privathaushalte sind nicht geplant. Ziel der Sparmaßnahmen ist jedoch, Verbrauchsspitzen abzufedern und die Grundwasservorräte möglichst zu schonen, solange kaum Niederschläge fallen. Eine neu eingerichtete Taskforce Wasser soll die Lage laufend beobachten.

Als deutliches Zeichen zum Wassersparen wurden bereits zentrale Zierbrunnen wie der Fischbrunnen am Marienplatz abgeschaltet. Mit Dringlichkeitsanträgen forderten CSU und ÖDP im Stadtrat Aufklärung darüber, wie es nun genau mit dem Wasserhaushalt bestellt ist und warum eine Taskforce eingerichtet werden musste.

Sparen, aber mit Augenmaß

Wenn der Fischbrunnen am Marienplatz also schon stillgelegt ist – was ist mit den übrigen städtischen Brunnen? Die Sorge, dass als Nächstes auch Friedhofsbrunnen betroffen sein könnten, beschäftigt inzwischen einige Stadträte.

Sebastian Kriesel, Aubinger BA-Vorsitzender und Stadtrat, befürchtet eine solche Maßnahme. Gemeinsam mit seinem Ratskollegen Matthias Stadler fordert er Transparenz sowie verhältnismäßige Alternativen – etwa feste Gießtage. „Nehmen wir den Aubinger Friedhof. Hier brennt voll die Sonne drauf. Ich kenne viele Leute, die sogar zweimal täglich zum Gießen kommen.“

Gäbe es kein Wasser an den Friedhofsbrunnen, würden sich die Leute ihr Wasser von Zuhause mitbringen oder es in der Toilettenanlage holen. „Da ist doch gar keinem geholfen, weder dem Münchner Wasserhaushalt und den Leuten gleich gar nicht“, betont er.

Trinkbrunnen müssen trotzdem kommen!

Die ÖDP setzt auf langfristiges Wassermanagement und Bewusstseinsbildung. Mit Blick auf den Fischbrunnen am Marienplatz schlägt die Stadtratsfraktion eine künstlerische Gestaltung vor. „Vielleicht von Schulen“, erklärt der Aubinger Stadtrat Johann Sauerer. „Dann ist das Thema Wassersparen gleich eine erzieherische Maßnahme.“ Wie das aussehen könnte, demonstrierte die ÖDP gleich mit einem Foto. 👇

Der ÖDP-Blick geht weiter auf die iberische Halbinsel. „In Spanien und Portugal ist man einfach viel weiter in Sachen Aufklärung der Bevölkerung und auch in den Wassersparmaßnahmen der Kommunen als wir hier. Davon sollten wir lernen“, so Sauerer.

Vor zwei Wochen hatte er hier auf aubinger.online Trinkwasserbrunnen in Freiham gefordert. „Die brauchen wir auch unbedingt“, betont er. „Die müssen bei allen Sparmaßnahmen absolut drin sein. Aber nehmen wir die Tiefenbrunnen unserer Brauereien, wie auch Paulaner hier bei uns im Münchner Westen. Das Tiefenwasser zum Bierbrauen ist wichtig. Damit Gläser und Flaschen spülen – das aber auf keinen Fall.“