Die weihnachtliche MINT-Premiere an der Anne-Frank-Mädchenrealschule in Pasing war ein voller Erfolg. Die Neuntklässlerinnen produzieren ihre eigene 3D-Weihnachtsgeschichte mit Motion Tracking und projizierte sie an die Schulwand. Hilfe bekamen sie Im Rahmen des Projekts „MotionTechGirls – beweg dich digital“ vom gemeinnützigen Verein Little Lab – Wissenschaft für Kinder e.V.
Von der Idee zum 3D-Animationsfilm
Ziel des Projekts war es, Mädchen für Berufe zu begeistern, in denen Technik und Kreativität zusammenkommen – darunter 3D-Animation, Motion Design, Motion Tracking Technologie, Mediengestaltung, Schnitt und Vertonung. Über zehn Wochen hinweg konzipierten die Schülerinnen ein eigenes Drehbuch rund um gestohlene Geschenke, Teamgeist und ein Happy End. Die Figuren und visuellen Welten entstanden mithilfe von der Software Unreal Engine. Die Bewegungen der Charaktere wurden mithilfe einer Body Motion Track aufgenommen und anschließend präzise mit den digitalen Figuren verbunden.
Projektleiterin Du Linh Trinh war beeindruckt: „Die Schülerinnen haben mich tief beeindruckt. Mit viel Ausdauer, Teamfähigkeit und großer Konzentration sind sie jede neue Aufgabe angegangen und haben kreative Lösungen gefunden – auch dort, wo es technisch anspruchsvoll wurde.“ Die Kursleitung übernahm Elisabeth Hönig, 3D Artist und Motion Designerin. In ihrer beruflichen Praxis gestaltet sie unter anderem visuelle Bühnenbilder, virtuelle Studios sowie Projektionen auf Gebäude und Fahrzeuge. Als weibliches Role Model ermöglichte sie den Schülerinnen einen authentischen Einblick in ein Berufsfeld, das bislang noch überwiegend männlich geprägt ist, und zeigte, wie vielseitig und praxisnah diese Berufe sind.

Große Premiere „Merry whatever“ auf der Schulfassade
Der feierliche Abschluss des Projekts fand am 17. Dezember 2025 im Rahmen der Weihnachtsfeier der Anne-Frank-Realschule statt. Der entstandene Animationsfilm mit dem Titel „Merry whatever“ wurde erstmals öffentlich gezeigt – als großformatige Projektion auf die Außenfassade der Schule. Um dies zu ermöglichen, wurde das Gebäude vorab in ein Mapping-Programm integriert und mit leistungsstarker Projektionstechnik bespielt.
Die Reaktionen waren überwältigend. Die Schulleitung betonte am Schluss: „Das werden die Mädchen nie vergessen. Auch die Schülerinnen selbst zogen ein stolzes Fazit: „Dafür, dass wir am Anfang keine Ahnung hatten, ist der Film richtig gut geworden."


Super Projekt vorm Aus
Frauen seien in technischen und digitalen Berufen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Auch in Bereichen 3D-Animation, Motion Design und Veranstaltungstechnik liege der Frauenanteil noch immer unterm Durchschnitt. „Handlungsorientierte Projekte wie MotionTechGirls bauen Hemmschwellen ab, stärken Selbstvertrauen und zeigen Mädchen frühzeitig, dass technische Berufe erlernbar, kreativ und gestaltbar sind“, so Little-Lab-Gründerin Agnieszka Spizewska und lobte die Anne-Frank-Realschule für Mädchen als Vorreiterin für die MINT-Förderung.
„Unsere Projekte ergänzen die schulische MINT-Arbeit ideal. Gemeinsam erzeugen wir genau die Wirkung, die gesellschaftlich so wichtig ist: Mädchen zu stärken und ihnen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen“, sagte sie und dankte den Förderern und Unterstützern, dem JFF – Instituts für Medienpädagogik, dem Zonta Club München I. und vor allem dem Referat für Arbeit und Wirtschaft. Danke auch an die Münchner Unternehmen crushed eyes GmbH & Co. KG und GovAR.
crushed eyes stellte die leistungsstarke Projektionstechnik für die großflächige Bespielung der Schulfassade zur Verfügung. GovAR stellte einen professionellen Body Motion Tracking Suit zur bereit.
Nur leider hört die Förderung der Stadt München für das berufsorientierte Projekt zum Jahresende auf. „Zwei Jahre sind wir in den Genuss der Förderung gekommen. Wir sind sehr traurig über das Ende. Damit enden die MINTmakers – es gibt keine Mittelschüler*innen die Roboterarme bauen und keine Realschülerinnen, die mit eigenen Medienproduktionen die Fassaden ihrer Schule verzaubern. Die Schulleitungen bedauern es sehr, wir auch. Ich verstehe die Spaßmaßnahmen, klar, aber gerade in unserem Stadtteil spürt man halt jedes gesparte Projekt und gekürzte Stunde der Sozialarbeit als eine Riesenlücke.“