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+++ Sommerende in Lochhausen +++

Die Verkehrsberuhigung mit der „Ranertinsel“ vorm Gasthof „Zur Eiche“ geht im September in die zweite Runde. Auf den wenigen Quadratmetern Straße wird in den nächsten Wochen noch Programm für Kinder und Erwachsenen geboten sein (www.bv-lola.de). Über eine Verlängerung darüber hinaus denkt der initiierende Verein LoLa e.V. zwar nach, Gegenwind dabei gibt es aus dem BA und von Anwohnern.

US
G. Uelses

Experiment gewagt

Wenn vom 3.bis 5. September der Münchner Mobilitätskongress stattfindet, wird auch die Lochhausener Ranertinsel als Sommerprojekt für Verkehrsberuhigung vorgestellt werden. Die Insel reiht sich ein in bürgerschaftliche Projekte, die zeigen, wie der Straßenraum auch genutzt werden könnte – nämlich autofrei und als Begegnungsstätte. Insgesamt 30.000 Euro stiftete die Stadt München für die Umsetzung der neun Projekte.

Wenn es nach den Initiatoren aus der Bürgervereinigung Lochhausen-Langwied e.V. (LoLa, bv-lola-de) geht, könnte die Ranertinsel noch über den September hinaus bestehen bleiben und dann zeigen, was auf der Ranertinsel alles möglich ist. Denn zwar gab es sehr viel Zuspruch zum gemeinsamen Feierabend-Bier beim After-Work-Treff. Ansonsten blieben die Besucher vielleicht aufgrund der Ferien, vielleicht auch aufgrund des häufigen Regens aus.

„Wenn es allgemein gewünscht ist, dann führen wir die Ranertinsel auch über den September weiter“, erklärte Vereinsvorsitzender Robert Feierlein im August und kündigte damals eine Open Petition zur allgemeinen Abstimmung an. Er wertete die Ranertinsel als Erfolg und sah in der Sperrung der kleinen Zweigstraße vor dem Gasthof „Zur Eiche“ nur Vorteile. „Was ist denn verloren gegangen? Nichts! Wir haben einen Ort zum Zusammenkommen gewonnen“, sagte er im August während der Präsentation der Schützenvereine.

Viel Aufwand und Mühe …

Von BA-Vorsitzenden Sebastian Kriesel kamen klare Worte zum Ende der Ranertinsel. „Ich finde den Verkehrsversuch sehr spannend“, erklärte er. „Es war ein versuch, der auch wieder beendet werden muss. So wurde es von Stadtrat und Bezirksausschuss mitgetragen, und so fair müssen wir sein. Denn es gab viel Positives, aber auch berechtigte Kritik am Standort und Ausführung. Wir müssen die Augen offenhalten, wo wir Verkehrswege zugunsten von mehr Aufenthaltsqualität umwandeln können“, sagte er weiter und dankte ausdrücklich den Initiatoren und Helfern für das Experiment.

Beileibe nicht alle zeigten sich allerdings mit dem Pilotprojekt einverstanden. Kritisiert wurde vor allem der Standort und die Straßensperre. Jürgen Kirner als Anwohner ergriff via Facebook am 15. August das Wort und fasste die kritischen Stimmen zusammen:

Was passiert mit dem Tausch- und Plausschschrank nach Ende des Versuchs? Soll er bleiben? Soll er woanders stehen oder kommt er weg? ©G.Uelses

.. und der Nutzen?

„Einen neuen Treffpunkt schaffen für Lochhausen ist hier die Zielsetzung. Mitten vorm Biergarten und Wirtshaus, inmitten einer Ein-und Zweifamilienhauswohngegend mit Gärten, einem Café mit Bäckerei und nur wenige hundert Meter von der Aubinger Lohe, einem Riesennaturschutzgebiet entfernt“, so Kirner in seinem Post. „Zudem gibt’s 3 Seen vor unserer Haustüre - alles Treffpunkte für sämtliche Generationen. Aber: dies scheint für manche nicht genug. Deshalb gibt’s in einem neuen Förderprojekt der Stadt München jetzt auch einen temporär gesperrten Straßenbereich im Herzen Lochhausens. Kostenpunkt: eine fünfstellige Summe aus dem städtischen Steuertopf. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit erledigt sich hier! Leider verschärft aber die Sperrung den Bus- und Lieferverkehr, da das Abbiegen aus der Ranertstraße nach rechts in die Langwieder Hauptstraße nur bedingt möglich ist. Übrigens: ebenfalls nur wenige Schritte von dieser Sperrung ist öffentlicher Grund mit Bänken am Maibaum vorhanden. Ein wundervoller Ort und Treffpunkt, auch für Menschen, die glauben, dass Lochhausen, wie aktuell in anderen Stadtvierteln unbedingt eine Sperrung braucht.“

Auch Kommentare gibt es unter dem Post. Auf jeden Fall hat der Ranertversuch schon etwas erreicht: man ist im Gespräch.