Traditionell gehören zum Herbstfest die Auftritte der demokratischen Parteien. Was mit dem CSU-Frühschoppen begann, ist mittlerweile zu programmfüllenden Events geworden. In Wahljahren, so wie 2025, gab es an jedem Tag eine Zeltshow mit einer demokratischen Partei. In diesem Jahr trat die Politik zugunsten des 120. Jubiläums des Burschenvereins zurück. Zum traditionellen CSU-Frühschoppen gab es keine Diskussion. Und außerdem bekam die SPD als einzige der anderen demokratischen Parteien ihre Gelegenheit zur Zeltparty.
👇 Bezirksrat Matthias Bonigut begrüßte den SPD-Festredner Holger Grießhammer 👇

SPD feierte
Am Freitagnachmittag lud die Münchner SPD zu Gespräch, Vortrag von Holger Grießhammer aus der Landtagsfraktion zu den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen sowie zum Auftritt von Autor und Kabarettist Christian Springer ein. Zu den Aubinger und Freihamer SPD-Genossen gesellten sich die Allacher und Pasing-Obermenzinger. Sogar der frisch gewählte OB aus Germering, Daniel Liebetruth, ließ sich blicken und feierte mit.
👇 Abschlussfoto mit Holger Grießhammer und Christian Springer in der Mitte 👇

Die Genossen aus der Münchner SPD-Spitze, wie zum Beispiel Bürgermeisterin Verena Dietl – sonst Dauergast auf dem Aubinger Herbstfest –, fehlten leider. Richtig gut kam die Musik von den „Unterbibergern“ und dem Himpsl Brass Quintett an, die als roter Faden durch den Nachmittag zu hören war. Wer sich auf echtes Kabarett gefreut hatte, wurde ein klein wenig enttäuscht. Springers Auftritt war weniger von Pointen geprägt, sondern glich eher einer SPD-Grundsatzrede. Dem Erfolg beim Publikum tat dies keinen Abbruch.
CSU-Frühschoppen: Einmal Aubing-EU und zurück
Tags drauf lud die CSU zum Frühschoppen und über 1.000 Gäste kamen ins Festzelt, darunter ehemalige und aktuelle Mandatsträger, Vertreter verschiedener Ortsverbände und Vereine. Für den Festredner – stellvertretender CSU-Vorsitzender, EU-Experte und Fraktionsvorsitzender im Europäischen Parlament Manfred Weber – hatten MdB Stephan Pilsinger und MdL Josef Schmid gesorgt. Die Musik kam ebenfalls ganz nach Tradition von der Aubinger Blaskapelle und dem Trommlercorps.
👇 Josef Schmid bei seiner Rede 👇

Nach der Begrüßung Pilsingers und der Rede von Schmid über die Anforderungen und Chancen fürs „beste Bundesland der Welt“ weitete Weber in seiner Rede den Blick aus Aubing/München/Bayern heraus nach Europa. Webers Forderung „Lasst uns europäisch denken!“ fand viel Beifall.
„Im besten Europa, das wir je hatten“
Er spann den Bogen weit von der aktuellen Kraftstoffkrise über die bayerische Wirtschaft als Wachstumsmaschine und die wichtige Förderung des Mittelstands („Wir müssen die Kraft haben, die bayerische Wirtschaft zu stärken und den europäischen Binnenmarkt zu verteidigen.“) bis zur Frage nach dem Umgang mit Migration („Europa darf sich mit der Migrationsfrage nicht erpressen lassen.“), dem Umgang mit KI und der KI-Regulierung und endete mit dem Wunsch nach Frieden. Er forderte, den Adenauerschen Gedanken nach der gesamteuropäischen Verteidigung aufzugreifen. „Wir brauchen wieder Überzeugung aus der Sache heraus“, meinte er unter dem Applaus des Festzeltes. Mit „Ich bin überzeugter Bayer und Deutscher im besten Europa, das wir je hatten“, beendete er seine markante Rede.

Der Dreiklang aus Bayern-, Deutschland- und Europahymne erforderte am Ende noch einige Textsicherheit vom Publikum. Nach dem Schlusswort und der Verabschiedung durch Sebastian Kriesel als Hausherr und Herbstfestveranstalter bildete sich eine lange Schlange von Bürgern, die einige Worte an Weber richten wollten, sich für die Rede bedankten oder mindestens den Wunsch nach einem Selfie mit ihm hatten.
👇 Textsicher? Klaro! 👇

Für das 35. Aubinger Herbstfest ging damit das politische Programm zu Ende. Die hochkarätige Besetzung der beiden Events und der sehr gute Zuspruch zeigten einmal mehr, welchen Stellenwert das Aubinger Herbstfest bei den Parteien besitzt. Freuen wir uns jetzt schon auf das kommende Jahr.
👇 Das Schlusswort hatte Sebastian Kriesel 👇
