„Ich bin schön“ – das schreibt man gern und fühlt sich gut dabei. Doch kaum steht der Satz, beginnt er zu wackeln. Wer sagt ihn - und was genau meint dieses „Ich bin schön“? Denn im Alltag ist der Satz alles andere als selbstverständlich. Schönheit ist bewertet, vermessen, gefiltert und selten frei von Blicken anderer.
Wird „Ich bin schön“ zum Ausstellungstitel für fotografische und malerische Arbeiten von Münchner und Berliner Studenten, erscheint der Satz weniger Behauptung denn als offene Frage – als Identitätssuche und Experiment.

Aus dem Blick von 14 jungen Fotografen und bildenden Künstlern
Diesen spannenden Prozess haben die Kuratoren Annette Hempfling und Stefan Maria Mittendorf in der Pasinger Fabrik angestoßen und insgesamt 13 Malerei-Studenten der Klasse Anke Doberauer der Akademie der Bildenden Künste München plus Gäste und noch einmal 14 junge Fotografen der Ostkreuzschule für Fotografie, Berlin, Klasse Bildredaktion von Nadja Masri mit ihren Arbeiten eingeladen.

„Unser Anliegen ist es, zu zeigen, dass der Begriff Schönheit fließt und sich nicht festmachen lässt. Man kann Schönheit nicht definieren, aber man kann den Blicken der Künstler nachgehen“, sagte Mittendorf.
Zur Einordnung verwies er auf den Philosophen David Hume mit seinem Spruch „Schönheit liegt im Geiste dessen, der sie betrachtet“ – also beim Publikum. Genau dazu lädt die Ausstellung bereits im Lichthof der Pasinger Fabrik ein: in Zerr- und Normalspiegeln können Besucher sich selbst und ihr Bild betrachten, quasi als Prolog zur Ausstellung.


Berliner in Pasing zu Gast
„Die Frage nach Schönheit betrifft uns alle“, so Annette Hempfling, selbst Absolventin der Berliner Ostkreuzschule, zur Vernissage und stellte dabei die großen Themen wie Toleranz und unterschiedlichen Blicken in den Raum. Denn die Studenten und jungen Fotografen bewerten ihre Arbeit nicht, sondern hinterfragen, auch „mit weiblichem Blick auch auf Sexualität, mit männlichem Blick oft auf Objekte.“
In der „Ostkreuz-Abteilung“ der Ausstellung sieht man Selbstporträts, eine lange Studie über die Berliner Sonnenallee, Mixed Media mit Foto und Malerei. Eine Beamershow sowie die Malereien, Grafiken und Objektkunst der Studenten aus München komplettieren die Ausstellung. Hempfling sagte abschließend: „Danke für eure engagierten Arbeiten und danke für die Erinnerung, dass wir alle schön sind.“

Spitzen-Rahmenprogramm
Die Ausstellung „Ich bin schön“ ist noch bis zum 29. März 2026 im Lichthof/Galerieräume in der Pasinger Fabrik zu sehen (https://pasinger-fabrik.de/programm/), zu folgenden Öffnungszeiten: Di – Sa 15 – 19 Uhr, So 14 – 18 Uhr.
Das wieder sehr umfangreiche Rahmenprogramm schließt mehrere Führungen, die Burleske-Show „Das pure Showvergnügen“ (am 26. und 27.12), die Filmvorführung „Alexander McQueen – Der Film“ (20.1.), Theater und ein „Ballroom“-Event ein, bei dem aktive Mitglieder der LGBTQI+-Szene ihr Können in verschiedenen Kategorien zeigen, gegeneinander antreten und um Trophäen kämpfen (am 1. Februar, 14 Uhr).
