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Präsentation der Elftklässler: Thomas, Dana, Marlena und Cathrina moderierten den Forscherabend.

Forscher-Spirit in Freiham

Soeben veranstaltete das Gymnasium Freiham seine erste Wissenschaftswoche für die 11. Klasse. Was als Vorbereitung fürs wissenschaftliche Arbeiten in der Oberstufe gedacht ist, entpuppte sich als beeindruckende Präsentation der gesamten Jahrgangsstufe. Und die Kleinen im Little Lab e.V.? Hatten ebenfalls in den Herbstferien alle Hände voll zu forschen.

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US, Agnieszka Spizewska

Das G9 ist noch jung und macht erst am Ende des Schuljahres sein erstes Abitur. Die gesamte Oberstufe hat sich um ein Jahr verlängert. Was machen die Elftklässler nun anstelle des P- und W-Seminars? Dafür hat das Kultusministerium die Wissenschaftswoche vorgesehen – eine fächerübergreifende, tiefgreifende und vor allem wissenschaftliche Beschäftigung mit einem Rahmenthema.

Forschen mit Forschertagebuch als Fahrplan fürs wissenschaftliche Arbeiten.

Forschungsthema: „Naturraum versus Kulturraum“

Im Gymnasium Freiham stand die Woche unter dem Titel „Naturraum versus Kulturraum“. Jedes Fach hatte dazu einen besonderen Aspekt beleuchtet, die 100 Elftklässler konnten wählen, worin sie mitmachen wollten. Den wissenschaftlichen Einstieg gab Lehrer Dr. Elias Cotriano, der von seinem wissenschaftlichen Werdegang berichtete und die Angst vorm Unbekannten nahm.

„Ich habe den Schülern erläutert, dass eine wissenschaftliche Arbeit letztendlich immer gleich aufgebaut ist.“ Thema finden, Rahmen stecken, Quellen forschen, Schlussfolgerungen ziehen, Präsentation vorbereiten. Präsentiert wurden die Arbeiten vorm Lehrerkollegium, den Eltern und den Zehntklässlern, die gleich einen Vorgeschmack auf ihr nächstes Schuljahr bekamen.

Von Physik mit Lasermikroskop bis Musik und Kunst

Elias Cotrianos Beitrag zur Woche: im Fach Physik forschte er mit acht Jugendlichen zu Lasermikroskopie und besuchte dazu mit ihnen die TUM-Labore. Im Fach Bio forschte Lehrerin Anke Kabs zu Regenwaldthemen. Das sind nur zwei Beispiele. Auch in Englisch, Deutsch, Kunst (Thema „Chaos“) und sogar Musik (Thema „Zerstörung“) gab es Forschungsergebnisse. „Vielen Dank für diese sehr lehrreiche Woche. Es hat uns allen viel Spaß gemacht. Wir haben jetzt schon etwas fürs Studium gelernt“, meinte Marlena als Moderatorin des Präsentationsabends und dankte für den Spaß und vermittelte Freude am Forschen.

Lob und Begeisterung kamen auch von Schulleiter Thomas Schranner. „Absolut sehenswert“, kommentierte er die Präsentationen. „Es war eine überaus intensive Woche für uns alle gewesen. Vielen Dank auch an die engagierten Lehrer. Die Arbeiten können sich sehen lassen.“

Herbstferien im Little Lab e.V.

Nachwuchs in den Startlöchern

Und ein paar Freihamer Straßen weiter macht der junge Forschernachwuchs erste Schritte. Das Herbstferienprogramm vom Little Lab e.V. in der Ute-Strittmatter-Straße klang so: aus Lego Fahrzeuge und Roboter bauen und programmieren; Biokunststoffe aus Küchenzutaten herstellen; Mikroorganismen unter Mikroskop beobachten; DANN extrahieren und ein selbst gestaltetes DNA-Schmuckstück herstellen.

„Die Workshops wurden von MINT-Praktikern und Wissenschaftlern durchgeführt und verbinden fachwissenschaftliche Inhalte mit kindgerechter MINT-Pädagogik. Die Resonanz zeigt deutlich: Kinder wollen forschen und tüfteln – wenn man ihnen die Türen öffnet“, meinte Agnieszka Spizewska, Gründerin und Vorständin von Little Lab. In München fehlt´s leider an niedrigschwelligen und qualitativ hochwertigen MINT-Angeboten. „Wir können doppelt oder dreifach so viele Workshops anbieten, so lang sind unsere Wartelisten – aber uns fehlen Raumkapazitäten, Personal und Ressourcen.“

Ein Fahrzeug aus Lego, das man Programmieren kann? Klar, geht alles.

Früh übt sich …

Little Lab bietet mit jährlich rund 5.000 Teilnahmeplätzen den Tropfen auf den heißen Stein. Zum Programm geht’s hier 👉🏻 https://www.little-lab.de/. Das nächste Ferienprogramm ist in den Faschingsferien geplant.

„Damit wir auch in Zukunft genügend Plätze anbieten können, freuen wir uns über Unterstützung aus der Nachbarschaft: durch ehrenamtliches Engagement, Spenden oder Kooperationen. Ich freue mich auch über Ideen und Anregungen“, meinte Agnieszka Spizewska. „Ohne frühe Begeisterung verlieren Kinder den Anschluss. Das zeigen deutlich alle Studien. Jetzt ist der Moment, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Jeder kleine Beitrag kann Funken in den Kinderaugen wecken – und das ist viel.“

So schön waren die selbstgestalteten DNA-Schmuckstücke.