München ist teuer. Auch wer ein geregeltes Einkommen hat, muss sich nicht zwangsläufig eine Mietwohnung leisten können. Kommen dann noch verschiedene Probleme hinzu, sagen wir in Schulden- oder Gesundheitsthematiken, dann wird die Wohnungssuche hoffnungslos.
Im Falle von wohnungslosen Männern mit Job kommt nun der Katholischer Männerfürsorgeverein München e.V. (kmfv) ins Spiel. Zu dessen zwei bestehenden Häusern (in Giesing mit 86 Plätzen und in Schwabing mit 80 Plätzen) betreibt der Verein ab sofort ein Haus in Freiham mit 55 Plätzen.
Zuhause auf 15 qm für 450 Euro im Monat für zwei Jahre
Die Nachfrage sei riesig gewesen, erklärte der Hausleiter Benedikt Rosiwal. Mit seinem 15köpfigen Team (4 im Sozialdienst, 8 an der Pforte, je 1 in Verwaltung, Haustechnik und Leitung) wird er für die Männer da sein. Der zentrale Heimvorteil ist die Pforte. Denn die wird 24/7 besetzt sein.
„Wir sind keine Therapiestation und kein Clearinghaus. Wir stehen den Männern beratend zur Seite, nicht betreuend. Die Pforte ist Anlaufstation, übrigens auch für die Nachbarn, wenn es vielleicht mal Probleme geben sollte“, sagte Benedikt Rosiwal. Geplant seien monatliche Gespräche mit den Männern, auch um Finanzprobleme oder Probleme bürokratischer Art zu klären und Antragshilfe zu leisten.
Jedem Bewohner steht übrigens ein möbliertes Einzelzimmer von 15 qm Größe plus Minibad zur Verfügung. Pro Etage gibt es Gemeinschaftswaschmaschinen und eine Küche. Kostenlos ist das Angebot nicht, die Männer zahlen zwischen 450 und 550 Euro pro Monat dafür. Und können bis zwei, maximal bis zweieinhalb Jahre bleiben.
Sorgen? Probleme? Die Pforte ist 24/7 besetzt
Zur Segnung mit Pfarrer Stefan Maria Huppertz kamen auch die Kontaktbeamten aus der PI 45 Christian Oswald und Karsten Mößmer, Mitglieder des Bezirksausschusses 22 und viele Anwohner. „Wir sind neugierig auf das Heim und haben aber einige Befürchtungen“, sagte eine Anwohnerin im Namen ihrer Nachbarn. „Wenn ich höre, dass Männer auch mit Suchtproblemen oder Schulden kommen, dann will ich wissen, ob ich und meine Familie sicher sein können.“
„Es werden hier Männer aus vielen Nationen wohnen, die alle von morgens bis abends arbeiten, also in festen Strukturen beschäftigt sind“, entgegnete Benedikt Rosiwal. „Die Männer können hier eine Perspektive entwickeln. Bitte seien Sie ohne Vorbehalte. Unser Sozialdienst hat die Männer sorgfältig geprüft und ausgewählt. Und wenn es doch zu Fragen oder Problemen kommen sollte, dann bitte sprechen Sie uns an. Die Pforte ist auch für Sie Nachbarn als Anlaufstelle da.“
Viel Segen und gute Wünsche
Pfarrer Huppertz brachte seinen Segen und wünschte: „Das soll ein Ort sein, an dem die Männer zur Ruhe kommen und über die nächsten Schritte nachdenken können.“ Lateinisch heißt wohnen habitare. „Da steckt auch das Wort Habitus drin. Möge dieses Umfeld hier zu einem guten Habitus für die Bewohnern führen“, sagte er und bot Gespräche an, wenn diese gewünscht werden oder nötig sind.
Am Vormittag bereits hatten Bürgermeisterin Verena Dietl, Christian Müller von München Wohnen und Sozialreferentin Dorothee Schiwy das Haus besichtigt. „Der angespannte Wohnungsmarkt in München mit seinen hohen Mietpreisen trifft oft auch Menschen, die zwar erwerbstätig sind, sich aber dennoch keine Wohnung leisten können“, erklärte Bürgermeisterin Dietl. „Mit dem Haus an der Aubinger Allee unterstützt die Landeshauptstadt München wohnungslose Menschen, die in oft niedrig bezahlten Branchen wie Bau, Sicherheit oder Service tätig sind und hilft auf diese Weise, Wohnungslosigkeit in München weiter zu reduzieren.“
Und Christian Müller, Geschäftsführer der München Wohnen, betonte: „München muss eine Stadt für alle Menschen bleiben, daran arbeiten wir tagtäglich. Wir bauen bezahlbaren Wohnraum sowie Gewerbeflächen für soziale Einrichtungen und kümmern uns um unsere Mieter*innen mit Herz und Verstand. Natürlich braucht es hierfür ein starkes Netz aus Partnerinnen und Partnern, deshalb danken wir dem Katholischer Männerfürsorgeverein München sehr herzlich, dass er die Leitung dieses Hauses übernimmt.“