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Serie „Party Chicks" von Nathalie Strohmaier

„Dichtung und Wahrheit“ im ubo9

Im ubo9 stehen im März die Frauen, ihre Kunst und Ideen im Fokus. Den Anfang machte die Fotografin Nathalie Strohmaier mit ihren überraschenden und faszinierenden Werken in ihrer Ausstellung „Dichtung und Wahrheit“. Fazit: äußerst sehenswert!

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Unterm Titel „Dichtung und Wahrheit“ stellt die Münchnerin Nathalie Strohmaier ihre Fotografien im ubo9 aus. Zu sehen sind fotografische Serien zu Fragen unserer Alltagskultur und unseren Schönheitsvorstellungen. Oder aber die Werke alter Meister nachgestellt mit Zucker, Plastik- und Konsumzeugs, deren Konsistenz sich erst auf den zweiten und dritten Blick erschließt.

Die farbenfrohen, oft märchenhaften und in jedem Fall ungewöhnlichen Fotografien fanden gleich beim Vernissage-Publikum großen Anklang. Im einführenden kurzen Interview von Julia Grohnert (ubo9-Team) mit der Künstlerin kam viel Erhellendes und Erklärendes zur Sprache. Zum Beispiel die Frage zum Werdegang.

Nathalie Strohmaier (l.) im Interview mit Julia Grohnert

Erst Architektin, dann Fotografin mit Meisterabschluss

Die studierte Architektin Nathalie Strohmaier arbeitete bis 2010 als Film-Fernseh-Ausstatterin und wollte nach ihrem Familienbreak nicht wieder dort anschließen. 2018 entschloss sie sich zur Fotografenausbildung, hängte die Meisterprüfung an. „Ich wollte komplett in die Technik der Fotografie eintauchen. Mir sollte nichts im Weg stehen, das war mein Gedanke damals“, sagte sie. In der Folge entstanden Produktfotografien und kleinere Serien.

2022 kam die allererste Einzelausstellung „mit vielen Verkäufen. Das hat mich umgehauen“. Bestärkt vom Erfolg widmete sie sich fortan freien Projekten. Ins ubo9 kam sie sehr gern. „Es sind tolle Räume, ich bin sehr gern hier", meinte sie.

„Ich spiele viel mit Werbeästhetik“

„Wie kommst du zu den Themen?“, fragte Julia Grohnert. Es seien vorwiegend gesellschaftliche Themen, wie Autismus oder der Schönheitswahn inspiriert aus der Modellwelt. „Ich spiele viel mit Werbeästhetik. Manche nennen das auch mein trojanisches Pferd. Von Ferne wirken meine Fotografien anders als von Nahem.“

Nathalie Strohmaier (r.) mit Julia Grohnert im Gespräch.

Und die Herangehensweise? Erst kommen Zeichnungen, Entwürfe und Überlegungen, wie was nachgestellt werden kann. „Die Recherche nimmt einen großen Teil meiner Zeit ein.“ Schließlich müssten die fotografierten Dinge genau die erforderlichen Maße, Formen und Farben haben, die notwendigerweise zum Foto passen. Am Schluss kommt das Know-how der Meisterfotografin zum Einsatz. „Ich nutze spezielle Techniken“, so Nathalie Strohmaier. Zum Beispiel? „Fokus Decking“, „Color Grading“, Licht-Schatten-Verstärkung, besondere Lichtquellentechniken.

Bis zum 23. März sind die Fotografien im ubo9 zu sehen.

„Es sind tolle Räume, ich bin sehr gern hier", meinte Nathalie Strohmaier (l.) zu ihrer Ausstellung im ubo9.