In der Januarsitzung des BA 22 kamen gleich fünf Bürgeranliegen zur Sprache, die alle die Verkehrssituation am Mahatma-Gandhi-Platz kritisierten. Beanstandet wurden die zugeparkten Flächen auf dem Platz trotz Parkverbot, zugeparkte Rettungswege und durchfahrende Autos trotz Fußgängerzone.
Unterführung unter der Bodenseestraße? Versenkbare Poller?
Verbesserungen hatten die Bürger auch: Die vorhandene S-Bahn-Unterführung solle doch gleich weiter unter der Bodenseestraße entlang verlängert werden, um die Wege für Fußgänger sicher zu machen. Absenkbare Poller könnten den Weg wirklich nur für Befugte freimachen. Ein weiterer Bürger schlug gleich Videoüberwachung am Platz vor.
Eigentlich ist der Platz als Verkehrsberuhigung ausgewiesen, dient aber als Bus-Furt aktuell für den 57er und die N77-Linie. Dann wären noch Baustellenfahrzeuge, denn ganz fertig bebaut ist das Gebiet noch nicht, und Autos, die hier schnell mal abkürzen oder den Platz als Parkfläche verstehen.
„Die Anzahl der Autos, die dadurch fahren, ist schon sehr erstaunlich“, meinte BA-Mitglied Karin Binnsteiner. „Das Problem ist bekannt“, so auch Wolfgang Bösing. „Das kommt auch regelmäßig bei den Schulen zur Sprache. Denn der Platz ist als Schulweg ausgewiesen.“ „Wir haben hier einen dringenden Handlungsbedarf“, betonte BA-Vorsitzender Sebastian Kriesel zusammenfassend.
Das meint die Polizei
Der anwesende Polizeidienststellenleiter (PI 45) Thomas Rehag versprach: „Die Kritikpunkte nehme ich mit.“
Die Fußgängerzone sei bis zu ihrem Endausbau provisorisch beschildert und untypischerweise mit einer Ampelanlage ausgestattet, erklärte Wolfgang Müller, der zuständige Sachgebietsleiter Verkehr bei der PI 45.
„Durch die optisch abgetrennte, aber niveaugleich zu den verlegten Gehwegplatten verlaufende Fahrbahn (freigegeben als Busdurchfahrt Amalie-Nacken-Straße) entsteht der Eindruck für den nicht berechtigten motorisierten Individualverkehr (MIV) hier legal einfahren zu dürfen, wenn man die Beschilderung der Fußgängerzone nicht wahrgenommen hat“, so seine weitere Erklärung.
Zudem gäbe es noch „regen Endausbau durch diverse Gewerke. Die überwiegende Zahl der vorgenannten Baustellenfahrzeuge parkt legal mit ausgelegten Handwerkerausweisen“, erklärte er.
Und Falschparker? Seit der Freigabe der Fußgängerzone Mitte Oktober 2024 seien „insgesamt 415 Verwarnungen mit einem Regelbußgeldsatz von 55€“ ausgesprochen und „unzählige Verkehrsteilnehmer, bei dem Versuch verbotswidrig in die Fußgängerzone einzufahren, abgewiesen“ worden, so Wolfgang Müller. Man bleibe am Ball und kontrolliere weiter. „Ein erhöhter Kräfteansatz ist jedoch nicht vorgesehen.“
Das meinen die Referate
Das Mobilitätsreferat verwies auf die gut sichtbaren Beschilderungen an den Eingängen des Gandhi-Platzes. Da diese aber nicht von allen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen würden, seien zusätzlich Fußgängerzonen-Piktogramme auf der Fahrbahn vorgesehen. Die sollen im Frühjahr kommen. Und im Übrigen könnten Fahrradfahrer die abgesenkten Verkehrsflächen ohne Weiteres benutzen, so die Antwort des Referats.
Das Baureferat verwies auf die Beschlusslage vom Mai 2022. Demnach ist der gesamte Umgriff Mahatma-Gandhi-Platz/Amalie-Nacken-Straße/Rosa-Kempf-Straße/ Margarete-Vollmar-Straße/ Emilie-Maurer-Straße noch nicht fertig ausgebaut. Bänke, Grünflächen, Sträucher, Bäume und insektenfreundliche LED-Beleuchtung folgen definitiv noch. Der Kostenpunkt für die gesamte Platzgestaltung soll am Ende 6 Millionen Euro nicht überschreiten.