Aubinger . Online
Featured image of post Neues Haus für Flüchtlinge

Der rückwärtige Teil der neuen Einrichtung mit Spielplatz und Bänken.

+++ Neues Haus für Flüchtlinge +++

Für einen vierstündigen Tag der Offenen Tür war die neue Flüchtlingsunterkunft am Freihamer Weg 69 in Aubing für die interessierte Allgemeinheit geöffnet. Knapp 200 Bürger kamen schon in den ersten zwei Stunden vorbei und erkundigten sich, wie die künftigen Bewohner untergebracht sein werden. Die ersten von ihnen sind übrigens inzwischen schon eingezogen.

MK

Das Interesse an der neuen Flüchtlingsunterkunft war groß. Der Besucherstrom in der neuen Flüchtlingsunterkunft riss nicht ab, wie eine Vertreterin des städtischen Amts für Wohnen und Migration vor Ort sehr erfreut feststellte. Sie stand mit einigen Mitarbeitern des künftigen Teams für Fragen zur Verfügung.

Viel Interesse am Tag der Offenen Tür, Sebastian Kriesel (links) im Gespräch mit Bürgern.

Sieben Quadratmeter für einen Flüchtling

Der Neubau am Freihamer Weg verfügt über 78 Zweibettzimmern, drei Apartments mit je vier Betten für eine Familie sowie zwei Vierbett-Apartments und zwei Ein-Zimmer-Apartments für Rollstuhlfahrer. Nur die Familienzimmer sind mit einer Küchenzeile und einem Bad mit Toilette ausgestattet.

Für alle anderen gibt es in jedem Stockwerk Aufenthaltsräume, eine Gemeinschaftsküche, Bad- und Toilettenräume, ein Putzraum sowie zwei Wasch- und Trockenräume. Nach den derzeitigen Standardregeln ist jedem Flüchtling eine Wohngröße von sieben Quadratmeter zur Verfügung zu stellen.

Blick in ein Vier-Bett-Zimmer

Platz für 180 Menschen

Der Containerneubau auf der südlichen Seite des Aubinger Friedhofes ist drei Stockwerke hoch und bietet Platz für bis zu 180 Personen. Einziehen werden vorerst 70 türkischstämmige Personen, in der Regel Familien, die hier – bis ihr Asylgesuch positiv beschieden ist – wohnen werden, so das städtische Amt. Der große Spielplatz mit Bänken, Sandkasten und einer Tischtennisplatte an der nördlichen Seite ist noch nicht ganz fertiggestellt. Als Abgrenzung zum Friedhof wird noch eine Hecke gepflanzt.

Die ersten Bewohner sind bereits am Tag nach der Besichtigung eingezogen. Sie lebten bislang in Leichtbauhallen oder mussten ihre Unterkunft aufgrund geplanter Schließung verlassen, wie jetzt an der Neuherbergstraße, so ein Mitarbeiter bei einer Führung durchs Haus.

In jedem Stockwerk gibt es eine Gemenschaftsküche.

Zwei weitere Unterkünfte folgen

Der Standort am Freihamer Weg ist der erste von vier vorgesehenen Unterkünften in und um das Neubaugebiet Freiham. Zwei weitere Gemeinschaftsunterkünfte an der Hans-Dietrich-Genscher-Straße (ca. 330 Plätze) sowie an der Centa-Hafenbrädl-/Anton-Böck-Straße (ca. 400) werden noch in diesem Jahr eröffnet.

Eine weitere geplante Einrichtung am Germeringer Weg für 300 Menschen wurde seitens der Stadt, nachdem sich der Bezirksausschuss gegen vier neue Unterkünfte ausgesprochen hatte, wieder verworfen.

Noch ist Ebbe im Aufenthaltsraum.

Bezirksausschuss: „große Belastung“

Der Münchner Stadtrat segnete im September vergangenen Jahres für den 22. Stadtbezirk den Bau von vier weiteren Flüchtlingsunterkünften mit ca. 1.180 Bettenplätzen ab. Für den BA war dies eine „ungebührlich große Belastung für den noch wachsenden Stadtteil Freiham sowie auch für den gesamten 22. Stadtbezirk“ und sprach sich gegen die Pläne aus.

Wie der BA-Vorsitzende Sebastian Kriesel am Dienstag bei einem Rundgang bemerkte, gibt es bereits jetzt mit den Neubewohnern aus Freiham zu wenig Kindergarten- und Betreuungsplätze. „Auch fehlt es an Nahversorgungsmöglichkeiten in der Nähe“, schob die Vorsitzende vom Unterausschuss Soziales, Barbara Götz-Schubach, nach. „Für uns im Stadtbezirk ist es klar und selbstverständlich, dass wir den Geflüchteten helfen müssen. Das steht außer Diskussion. Aber die Unterkünfte müssen besser über das gesamte Stadtgebiet verteilt werden und dürfen nicht einen Stadtbezirk überrollen“, so Kriesel.

BA-Vorsitzender Sebastian Kriesel am Eingang der neuen Unterkunft.

Daten und Fakten

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) München-Stadt übernimmt übrigens die Asylsozialberatung, sozialen Beratung und Begleitung der Bewohner und wird auch die ehrenamtliche Unterstützung aus der Bürgerschaft koordinieren. Zudem unterstützt ein Team aus Sozialpädagogen, Erziehern, Sozialbetreuern und Sprachmittlern die Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen.

Die Betriebsführung wurde an das Unternehmen PlusM GmbH vergeben. Die Einrichtungsleitung wird Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und das Haussicherheits- und Servicepersonal von Montag bis Sonntag von 7.30 bis 24 Uhr vor Ort sein. Ein Sicherheitsdienst wird von 23.30 bis 8 Uhr eingesetzt sein. Außerdem wird es einen Hausmeister- und einen Reinigungsdienst geben.

Zu guter Letzt: Dem Leiter vom Amt für Wohnen und Migration, Gerhard Mayer, sind die ehrenamtlichen Hilfsangebote der Bürger sehr wichtig und er erklärte: „Wenn Sie sich in der Unterkunft engagieren möchten, können Sie sich gerne jederzeit per E-Mail an sozialdienst-du-freihamerweg@awo-muenchen.de wenden. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle Menschen, die bei uns Zuflucht vor Krieg, Gewalt und Verfolgung gefunden haben, auch wirklich sicher und willkommen fühlen.“