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Wie lässt sich Kosmetik herstellen? Agnieszka Spizewska bei einem Workshop

Fünf Fragen an:

Am 24. Januar ist Welttag der Bildung. Den gibt es in der Form erst seit 2018, damals initiierten die Vereinten Nationen den Welttag mit dem Ziel, der Bildung Vorrang zu geben. Für uns gibt der Welttag Anlass, jemanden mit einem ganz besonderen Engagement für Bildung vorzustellen: 5 Fragen an Agnieszka Spizewska von [Little Lab e.V.](https://www.little-lab.de/)

US
A.Spizewska

Sie haben vor 10 Jahren das Little Lab als kleine Wissensfarm für Kinder gegründet. Wie kam es zu dieser Idee?

A.S.:

Ich kam vor 12 Jahren aus Polen hierher und war überwältigt. In Polen war alles einheitlich, hier alles bunt und vielfältig. Darin stecken viele Möglichkeiten. Dennoch musste ich schnell feststellen, dass man im deutschen Bildungssystem sofort die Rakete zünden muss. Wer dies nicht von der Wiege her kann und viel Unterstützung in der Familie bekommt, kann schnell auf der Strecke bleiben.

Bildung ist für mich der Schlüssel zur Chancengleichheit, zur Demokratie, zu einem erfüllten Leben, Bildung ist der Öffner. Das ist mein Ansatz.

Unterdruck! Im Backstage

Sie haben sich mit Little Lab ganz auf das MINT-Gebiet (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) spezialisiert. Warum?

A.S.: Wir sind in MINT-Fächern alle gleich. Hier gelten die Gesetze der Natur. Auch die MINT-Sprache ist überall gleich. Das sehe ich als einen gemeinsamen Nenner für uns alle, das begeistert mich.

Und eigentlich wollte ich immer Chemie studieren, obwohl ich dann doch bei BWL hängen geblieben bin. Meine Begeisterung für die MINT-Fächer trage ich also schon lange in mir.

Arbeit mit der Wärmebildkamera

 und mit dem 3D-Drucker

Was ist seit Gründung von Little Lab passiert?

A.S.:

Little Lab hat als kleines Projekt angefangen, quasi als Mama-Projekt in der Elternzeit. Das war damals Butter für meine grauen Zellen. Ich wollte an Kinder weitergeben, was mir so Spaß macht. Später ist ein Verein daraus entstanden. Und seit letztem Jahr arbeiten wir im Kreativlabor Freiham mit „Studio im Netz“ zusammen. Wir haben also eine tatsächliche Heimat gefunden, eine Anlaufstelle. Das ist toll.

Wer kommt zu den Kursen und Workshops?

A.S.:

Wir sind nicht nur im Kreativlabor tätig, sondern viel in Schulen unterwegs und machen dort MINT-Projekte vor Ort. Generell kooperieren wir momentan viel mit Bildungseinrichtungen. Das ist aus meiner Sicht der einzige Weg, um wirklich allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, in den MINT-Bereich reinzuschnuppern und vor allem denjenigen, die von sich aus zu einem offenen Angebot nicht auf Anhieb kommen würden. Zum offenen Angebot für Familien oder zu den Ferienangeboten muss man sich einfach anmelden, sonst ist es kostenlos. Bei Fragen kann man sich einfach bei mir melden.

Gibt es einen Wunsch für die Zukunft?

A.S.:

Es gibt diesen viel strapazierten afrikanischen Spruch, dass es ein Dorf braucht, um ein Kind aufzuziehen.

In diesem Sinne sehe ich das Little Lab im Kreativlabor. Wir wollen hier im Viertel Anlaufstelle sein für Neugierige und Wissensdurstige. Hier soll Wissenswertes und Erstaunliches aus dem Gebiet der Wissenschaften vermittelt werden, und zwar ohne Druck, ohne Noten und Bewertungen. Kinder und Jugendliche sollen sich hier ganz vorn ihrem Interesse und ihrer Neugier leiten lassen, gerne ihre Freizeit hier verbringen und gleichzeitig Freunde finden und sich austauschen. Das ist meine Vision.

Freihamer Kreativlabor mit Sophia Kiehlmann, Björn Friedrich von Studio im Netz und Agnieszka Spizewska