Zack – Strom weg: das kann der Tennisabteilung des ESV München-West in der Bergsonstraße 117 leicht passieren. Eben noch hängt der Verein an der Stromversorgung der Deutschen Bahn. Doch die hat dem Verein schon 2023 den Strom gekündigt, weil die Bahn dort eine Servicestation bauen will und im Zuge dessen auch die Stromleitungen neu verlegt werden.

Ohne Strom stirbt der Verein
Im Moment läuft noch „Business as usual“. „Wir sind geduldet. Die Bahn baut ja noch nicht. Aber es könnte jeden Monat losgehen“, sagte Vereinschef Johann Fuchs im Januar-BA. „Wir haben uns schon an die Stadt gewandt, denn die stellt den Strom zur Verfügung. Aber es kam bisher keine Antwort. Alle 4 bis 6 Wochen rufe ich dort an, werde aber immer vertröstet“, so Fuchs weiter. „Ich frage mich allerdings, warum die Leerrohre östlich der Bahnstrecke liegen. Das muss doch einen Grund haben.“
Seine sehr große und berechtigte Sorge ist: „Ohne Strom stirbt unser Verein. Wir haben Flutlicht, Bewässerungsanlage; Kühlschränke. Das würde dann alles nicht mehr betrieben werden können. Für unsere 4 Tennisplätze und 3 Stockbahnen wäre das das Aus.“

Ortstermin mit der Vorstandschaft
„Geht gar nicht“, meinte BA-Vorsitzender Sebastian Kriesel noch während der Sitzung. „Das ist ein aktiver Verein mit über 200 Mitgliedern und ganz viel Jugendarbeit. Hier müssen wir dringend Unterstützung geben.“ Und Manfred Spannagel ergänzte: „Wir müssen uns mit Nachdruck an die Bahn, die SWM und die Referate wenden.“ Vor allem die SWM stehe in der Pflicht. Als örtlicher Grundversorger stünden die Stadtwerke München in besonderer Verantwortung, potenziellen Kunden einen Stromanschluss zu ermöglichen. Und der ESV ist potenzieller Kunde, denn 2004 hat der Verein das Grundstück gekauft.
Beim Besuch des OB-Kandidaten Clemens Baumgärtner, der CSU-Stadtratskandidaten sowie Mitgliedern der CSU-Ortsvereine Aubing und Pasing zeigte Vereinschef Fuchs die Ausmaße der Einschränkungen. „Der Sportverein braucht Planungssicherheit für Training, Spielbetrieb, Flutlicht und fürs Vereinsheim“, betonte Sebastian Kriesel vor Ort. „In einer Stadt wie München dürfen wir uns den Verlust funktionierender Sportanlagen schlicht nicht leisten.“

Stadtratsantrag auf dem Weg
Damit die unklare Lage schnell ein Ende hat, stellte die CSU-Fraktion gestern einen Stadtratsantrag und forderte darin: „Der Oberbürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzender weist die Stadtwerke München umgehend an, die Stromversorgung für den ESV München-West auf deren Vereinsgelände sicherzustellen.“
In der Begründung zum Antrag wurde noch einmal bekräftigt, dass München dringend Sportflächen brauche. Zumal die Stadt die Flutlichtanlage sowie den Verein finanziell unterstütze. Sebastian Kriesel dazu: „Der Verein darf nicht im Dunkeln stehen.“