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Probleme beim Bus 267 – wer ist zuständig?

Lärm, Abgase und blockierte Zufahrten: Anwohner der Zwernitzer Straße fühlen sich von den Verkehrsbetrieben im Stich gelassen. Während MVG und MVV auf Zuständigkeiten verweisen, soll eine Entlastung erst Ende 2026 kommen.

[US]
Andrea Kollhoff

Ärger mit dem öffentlichen Nahverkehr ist kein neues Phänomen. In der Neuaubinger Zwernitzer Straße jedoch hat sich die Situation für Anwohner zu einem Dauerproblem entwickelt.

Lärm, Abgase und blockierte Zufahrten: Anwohner schlagen Alarm

Die Anwohner klagten in der letzten BA-Sitzung über die Endhaltestelle der Buslinie 267 mitten im Wohngebiet. „Der Zustand ist seit vielen Jahren unerträglich“, so die Anwohner im BA, die aufzählten: Lärm und Abgase der Busse, die oft auch während der Wartezeiten ihre Motoren laufen ließen; zugestellte Tiefgaragen, wenn mehrere Busse hintereinander warten; Urinieren in die Vorgärten mangels eines Dixi-Klos an der Endhaltestelle.

„Unsere sowieso schon enge Straße ist komplett zugestellt. An manchen Tagen kommen wir aus unserer Tiefgarage nicht raus. Und das Schlimme ist, jetzt wurden die Standzeiten verlängert. Die stehen werktags von 5.30 bis 20.30 Uhr. Wir haben keine Ruhe mehr.“

Der BA behandelte genau in derselben Sitzung das Schreiben des Mobilitätsreferats über den Zeitzusatz an der Wartezone für Linienbusse in der Zwernitzer Straße. Den Bürgern versprach das Gremium die Weiterleitung ihrer Beschwerde an das Mobilitätsreferats und betonte, dass die Situation nicht unbekannt sei.

Unklare Zuständigkeiten im Regionalbusverkehr

Die Presseanfrage von Aubinger.Online führte zunächst zu Klärungsbedarf bei den Zuständigkeiten. Denn während die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) für Stadtbuslinien bis Nummer 199 verantwortlich ist, fallen alle Linien ab Nummer 200, die München mit dem Umland verbinden, in den Aufgabenbereich des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Eine inhaltliche Antwort kam schließlich von Martin Schenck, Bereichsleiter Stabsstelle beim MVV. Er erläuterte die Funktion der Busse in der Zwernitzer Straße wie folgt: „An der genannten Warteposition wird die Wendezeit der MVV-Regionalbuslinie 267 abgewartet, da die Endhaltestelle Altenburgstraße keine geeignete Möglichkeit dafür bietet.“

Das sagt der MVV

Und der neue Zeitzusatz? Dazu teilte die MVV mit, sie habe bei der Straßenverkehrsbehörde der Landeshauptstadt München – dem Mobilitätsreferat – einen Antrag auf Anpassung der Zeitzusätze gestellt. Hintergrund seien die zum Fahrplanwechsel geänderten Betriebszeiten der Regionalbuslinie 267. Konkret wurde der Zeitzusatz des absoluten Haltverbots von bislang „werktags Mo–Fr 7.00–18.30 Uhr, Sa 9.30–18.30 Uhr“ auf „werktags Mo–Fr 5.30–20.30 Uhr, Sa 8.00–20.30 Uhr“ ausgeweitet. Ein unmittelbares Entgegenkommen sei laut MVV nicht möglich. Maßnahmen wie das Abstellen von Motoren oder ein rücksichtsvolleres Verhalten der Fahrer lägen in der Verantwortung der jeweiligen Regionalbusunternehmen und müssten mit diesen verhandelt werden. Die MVV kündigte jedoch an, auf die Unternehmen zuzugehen und diese ausdrücklich zu bitten, ihre Fahrer nochmals auf korrektes und rücksichtsvolles Verhalten hinzuweisen. Eine grundsätzliche Entlastung der Situation stellt die MVV erst für Ende 2026 in Aussicht. Mit dem nächsten Fahrplanwechsel soll die Regionalbuslinie 267 in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München und der Münchner Verkehrsgesellschaft nach Freiham verlängert werden. Damit entfalle der Bedarf für einen Standplatz in der Zwernitzer Straße.

Das meint BA-Vorsitzende Sebastian Kriesel

Für die Bürger in der Zwernitzer Straße dürfte das eine laue Antwort sein. Denn bis sich überhaupt etwas ändert, ist der Bus-Tross längst weitergezogen.

Der BA-Vorsitzende Sebastian Kriesel reagierte mit Kritik und empfahl den Verkehrsbetrieben „über den Tellerrand“ hinauszuschauen. Die Verbesserung lag für ihn auf der Hand. Solange die Linie nicht nach Freiham verlängert wird, sondern könnte woanders seine Warteschleife installieren. Nicht an der Zwernitzer Straße, sondern wartet „an der ersten Haltestelle, vor dem REWE Markt an der Limesstraße 62. Dort befindet sich eine Haltefurt, die den laufenden Verkehr nicht behindert. Und der Bus kann dort warten, bis er fahrplanmäßig wieder startet. Dies entlastet die Anwohner und ermöglicht es Fahrgästen, in den schon stehenden Bus einzusteigen, was bei den aktuellen Temperaturen ein großer Vorteil ist.