Jedes Jahr am 20. Januar begehen die Aubinger Landwirte den Sebastiani-Tag als Gedenk- und Festtag zu Ehren des heiligen Sebastians. Warum?

Im Jahr 1854 wütete eine schwere Cholera-Epidemie Europa. Auch München und das nahe Aubing wurden nicht verschont. Die Not war groß und innerhalb kürzester Zeit waren viele Todesopfer zu beklagen Laut Überlieferung starben in drei Monaten allein im Pfarrbezirk Aubing 68 Menschen, darunter im Dorf Aubing selbst 42. In ihrer Verzweiflung rief die Gemeinde den heiligen Sebastian um Hilfe an, der in der katholischen Tradition als Schutzheiliger gegen Pest und Seuchen gilt. Als die Krankheit schließlich endete, schworen die Aubinger, diesen Namenstag fortan jährlich zu feiern – als Dank und Erinnern an die damaligen Leiden und das Überwinden der Krise. Zum Gedenken ruht daher am 20. Januar die Arbeit in der Landwirtschaftlichen Interessengemeinschaft (ein Zusammenschluss aller Aubinger Bauern). Der Festtag ist gemeinschaftlich und kirchlich geprägt. Am Sonntag, der dem 20. Januar am nächsten ist, findet in St. Quirin ein Festgottesdienst statt. Danach gibt’s ein feierliches Beisammensein im Pfarrsaal.
So auch in diesem Jahr: zum stimmungsvollen Festgottesdienst in St. Quirin kamen die Fahnenabordnungen der Vereine. Der Kirchenchor und der Bläserkreis der Neuaubinger Adventskirche begleiteten das Fest stimmungsvoll. Nach dem Festgottesdienst ging es im Pfarrsaal bodenständig weiter: Bei bayerischen Schmankerln zu familienfreundlichen Preisen blieb man gern noch sitzen – und zusammen.

