In der Dezembersitzung des Bezirksausschusses 22 präsentierte das Baureferat, Abteilung Gartenbau, die aktuellen Planungen in einem Strukturkonzept für den neuen Park. Dieser soll künftig die Freiflächenversorgung für die angrenzenden Stadtbezirke übernehmen und als Naherholungsgebiet sowie Raum für aktive Freizeitgestaltung dienen. Der Bauausschuss im Stadtrat wird bereits am 13. Januar 2026 über das Projekt entscheiden.

Sport, Baden und Erholung
Der Park wird neben zwei Wasserflächen zum Baden auch moderne Spiel-, Sport- und Freizeitbereiche umfassen. Dazu sollen große, artenreiche Grünflächen zum Entspannen Spielen einladen. Unter anderem sind Beachvolleyball-, Boulder- und Rasenspielfelder für Sportarten wie Basketball, Teqball, Streetball und Pickleball vorgesehen. Darüber hinaus sind Kletterangebote, eine Trampolinfläche sowie Möglichkeiten für Performance-Aktionen geplant. Ergänzt wird das Angebot durch eine zentrale Wegeführung und Gastronomiebereiche.
Große Verzögerungen
Die Fläche des geplanten Landschaftsparks wird etwa 60 Hektar groß sein – vergleichbar mit der Größe des Westparks. Der Park wird sich nördlich der Bodenseestraße entlang der A99 erstrecken. Bereits 2013 hatte der Stadtrat beschlossen, hierfür einen Bebauungsplan aufzustellen. Mitte der 2020er-Jahre sollte der erste Teil bereits fertiggestellt sein.
Doch der Ausbau des Autobahnringes A99, die Erweiterung der U5-Linie im Münchner Westen und das große Wohnbauprojekt in Freiham haben die Umsetzung des Parks seit Jahren verzögert. Daher wird das Areal – nach heutigem Stand – nicht auf einmal, sondern in mehreren Etappen in den kommenden 20 Jahren entwickelt. Dazu kommt ein weiterer sehr großer Unsicherheitsfaktor: nämlich die städtische Finanzierung des Projekts.
Veränderte Bedingungen
Die aktuellen Planungen beruhen auf einem Strukturkonzept des Baureferats, das im Rahmen des Stadtratsbeschlusses von 2024 in Auftrag gegeben wurde. Dabei wurden neue Rahmenbedingungen berücksichtigt und zusätzliche Anforderungen an den Park formuliert.
Ein wesentlicher Punkt ist die Schaffung von Erholungsflächen, die insbesondere Jugendlichen als Freizeitmöglichkeiten dienen sollen. Die Umsetzung dieser Interimsmaßnahmen soll vor allem eine schnellere Verfügbarkeit des Parks ermöglichen.
Stadt treibt zur Eile
Jetzt am 13. Januar 2026 wird der Bauausschuss bereits über das Strukturkonzept als Grundlage für die weitere Entwicklung entscheiden. Dieser doch sehr kurzfristig anberaumte Termin für die komplexe Beschlussfassung wurde vom Baureferat mit der „zügigen Weiterentwicklung des Vorhabens“ begründet. Denn die Kommunalwahl im März könnte Verzögerungen bei der Umsetzung mit sich bringen, so die Referats-Argumentation.
Dabei erwies sich das Durcharbeiten des 35-seitigen Strukturkonzepts für alle als sehr ausgedehnte Fleißaufgabe. Behandelt werden darin: zeitlicher Ablauf des Bauvorhabens, Lärmschutz, Hauptwegesystem, Integration der beiden Wasserflächen sowie die barrierefreie Erschließung der Landschaftsbrücken über die Autobahn. Der zweite Teil des Papiers betrifft den südlichen Bereich des Parks und konzentriert sich als Interimslösung auf die Entwicklung eines ersten Teilbereichs mit Jugendspiel-, Sport- und Freizeitangeboten. Dieser Bereich wird westlich an den bereits bestehenden Sport- und Bildungscampus angrenzen.
2037 fertig?
Wann wird der Landschaftspark dann fertiggestellt sein?, fragte der BA. Eine durchaus angebrachte kritische Frage zu dem ehrgeizigen Projekt. Das Baureferat schätzt vorsichtig, dass die gesamte Anlage voraussichtlich bis 2037 abgeschlossen sein wird – sofern die notwendigen Rahmenbedingungen und die finanziellen Mittel der Stadt auch in den nächsten Jahren noch vorliegen. Sonst dürften sich wahrscheinlich die seit 2015 vorliegenden Planungen als Luftschloss entpuppen.
BA: sofortige Umsetzung!
Parallel zur Beschlussvorlage wurde im Dezember ein interfraktioneller BA-Antrag an die Stadt München weitergeleitet, in dem das Bürgergremium nachdrücklich darauf hinweist, dass der Ausbau des Landschaftsparks sofort mit dem weiteren Wohnungsbau in Freiham beginnen muss. Für die rund 7.000 Neubürger in Freiham sei der Ausbau der Infrastruktur, insbesondere Freizeit- und Spielflächen sowie Ruhezonen für Jugendliche, dringend notwendig. Dies sei besonders wichtig, da der Bau einer geplanten Jugendfreizeitstätte derzeit nicht realisiert werde. Die BA-Mitglieder betonen einhellig, dass junge Menschen dringend Orte benötigen, an denen sie sich treffen und ihre Freizeit aktiv gestalten können.
Angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt München fordert der Antrag noch einmal sehr deutlich die finanzielle Sicherstellung der Interimsmaßnahmen, die mit Kosten zwischen drei und fünf Millionen Euro veranschlagt werden. Diese Gelder seien bislang noch nicht bereitgestellt worden, so der Antrag. Abschließend fordern die Stadtteilpolitiker die Stadt München auf, den Bau des Freihamer Parks wie nach den letzten Planungen vorgesehen sofort mit 2027 umzusetzen.